13 March 2026, 18:09

ZDK reformiert Struktur nach Machtkampf mit dem Kraftfahrzeug-Handwerk

Ein Mercedes-Benz A-Klasse Hatchback mit glänzender schwarzer Lackierung und Chromakzenten, ausgestellt auf der IAA, umgeben von Menschen.

ZDK reformiert Struktur nach Machtkampf mit dem Kraftfahrzeug-Handwerk

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat nach monatelangen Spannungen mit dem Zentralverband Deutches Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK) seine interne Struktur grundlegend reformiert. Die im Januar 2024 beschlossenen Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und die Rollenverteilung innerhalb der Organisation klarer zu regeln. Hintergrund der Reformen sind Streitigkeiten über Gebühren und Governance, die das Verhältnis zwischen den beiden Verbänden belastet haben.

Der ZDK hat eine klare Trennung vom ZVK vollzogen und das bisherige System gemeinsamer Personalvertreter in den Gremien abgeschafft. Künftig agieren Ausschüsse ausschließlich als Beratungsgremien, während nur noch die Führungsebene das Sprechrecht innehat – eine Maßnahme, um widersprüchliche öffentliche Stellungnahmen zu vermeiden. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn bezeichnete die Reformen als notwendigen Schritt, um die Realitäten der Branche besser abzubilden, räumte jedoch ein, dass sie für die Betriebe auch Herausforderungen mit sich bringen.

Rechtliche Auseinandersetzungen über Mitgliedsbeiträge – der ZVK hatte Anspruch auf 95 Prozent der bisherigen ZDK-Gebühren erhoben – zwangen den Verband, seine Beitragsstruktur zu überarbeiten. Zwar haben Streitigkeiten über die Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK) weitgehend an rechtlicher Brisanz verloren, doch bleiben grundsätzliche Konflikte ungelöst. Die neuen Regeln sehen zudem vor, dass künftig ein Vertreter aus der Handwerksführung in die Gremien einzieht; Personalentscheidungen liegen nun bei der Mitgliederversammlung.

Um zu verhindern, dass Werkstätten isoliert werden, schafft der ZDK direkte Anbindungsmöglichkeiten an die Bonner Zentrale. Dieser Schritt folgt auf Befürchtungen, dass austretende Landesverbände die Innungen ohne organisatorische Unterstützung zurücklassen könnten. Präsident Peckruhn ließ zwar die Tür für eine künftige Zusammenarbeit mit dem ZVK offen, betonte jedoch die Notwendigkeit einer konstruktiven Ausrichtung.

Die Reformen des ZDK markieren einen Kurswechsel hin zu strengerer Governance und klarerer Kommunikation. Unternehmen erhalten nun direkte Informationen über die Folgen eines möglichen Austritts aus dem Verband. Zudem wurden neue Regelungen zu Mitgliedschaft, Beiträgen und Entscheidungsprozessen eingeführt, um die Stabilität der Organisation zu sichern.

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