13 March 2026, 08:09

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen – und setzt auf radikale Sparmaßnahmen

Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt in Erholung und wirtschaftliche Erholung, mit Unterabschnitten für verschiedene Branchen und begleitendem Text mit zusätzlichen Daten.

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen – und setzt auf radikale Sparmaßnahmen

Wacker Chemie verzeichnet schwieriges Geschäftsjahr 2025 mit Verlust von 805 Millionen Euro

Der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie hat für das Jahr 2025 ein herausforderndes Finanzjahr gemeldet: Das Unternehmen verbuchte einen Nettoverlust von 805 Millionen Euro. Sowohl Umsatz als auch Ertrag gingen zurück, was zu umfangreichen Kostensenkungsmaßnahmen und der Aussetzung der Dividendenzahlungen an Aktionäre führte.

Nun steht dem Konzern eine Phase des Umbaus bevor, in der er seine Finanzen stabilisieren und sich auf Wachstumsmärkte wie Halbleiter und Biotechnologie konzentrieren will.

Der Gesamtumsatz sank 2025 um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) brach sogar um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein. Hauptgründe für den Rückgang waren geringere Absatzmengen, sinkende Preise, unausgelastete Produktionskapazitäten sowie die weiterhin hohen Energiekosten in Deutschland.

Als Reaktion startete Wacker Chemie im Oktober 2025 sein bisher größtes Sparprogramm mit dem Namen PACE. Damit sollen die jährlichen Kosten um mehr als 300 Millionen Euro gesenkt werden – verbunden mit dem Abbau von über 1.500 Arbeitsplätzen weltweit, davon der Großteil in Deutschland. Der Nettoverlust von 805 Millionen Euro geht maßgeblich auf Sonderbelastungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro zurück.

Trotz dieser Herausforderungen hat das Unternehmen seine Position im Polysilizium-Markt für Halbleiter gestärkt. In den vergangenen zwei Jahren baute es die Kapazitäten am Standort Nünchritz in Deutschland aus und führte hochreine Produktinnovationen ein. Dadurch hält Wacker Chemie nun einen globalen Marktanteil von 25 bis 30 Prozent und übertrifft damit Wettbewerber wie die Tokuyama Corporation, OCI N.V. und REC Silicon.

Für das erste Quartal 2026 erwartet die Gruppe einen Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro – leicht unter dem Vorjahreswert, bedingt durch negative Währungseffekte. Für das gesamte Jahr prognostiziert das Unternehmen ein niedriges einstelliges Umsatzwachstum sowie ein EBITDA zwischen 550 und 700 Millionen Euro.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten. Stattdessen will sich das Unternehmen auf Spezialprodukte, Halbleitermaterialien und Biotech-Anwendungen konzentrieren, um die langfristige Profitabilität zu sichern.

Die Finanzzahlen 2025 spiegeln ein schwieriges Jahr wider, geprägt von sinkenden Umsätzen, steigenden Kosten und tiefgreifenden Restrukturierungen. Ob es Wacker Chemie gelingt, zur Wachstumsbahn zurückzukehren, hängt nun von den Erfolgen des Sparprogramms und der strategischen Neuausrichtung auf hochwertige Märkte ab.

Ohne Dividende für die Aktionäre und mit Fokus auf die langfristige Erholung werden die kommenden Monate entscheidend sein, um die Geschäfte zu stabilisieren und die finanzielle Performance zu verbessern.

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