25 December 2025, 06:10

Von Welsen, Pavianen und Hunden: Deutschlands skurrilste Tiergeschichten 2023

Ein Kaninchen frisst Futter in der Nähe von hölzernen Bauen.

Tierwelt 2025 - Vom Karpfenalarm bis zum verschluckten Ehering - Von Welsen, Pavianen und Hunden: Deutschlands skurrilste Tiergeschichten 2023

Deutschland erlebte 2023 eine Reihe kurioser Tiergeschichten Von verwechselter Post bis zu spektakulären Rettungsaktionen – sowohl wilde als auch Haustiere sorgten im vergangenen Jahr für Schlagzeilen. Manche Vorfälle brachten die Leser zum Lachen, andere lösten ernsthafte Debatten über den Umgang mit Wildtieren und die öffentliche Sicherheit aus.

Das Jahr begann mit einem seltsamen Vorfall im Tierpark Landshut. Am Neujahrstag hatte ein Nandu – ein großer, flugunfähiger Vogel – den Handschuh eines Kindes verschluckt. Die Tierpfleger mussten eingreifen, um ihn sicher zu bergen.

Im Juni griff ein zwei Meter langer Wels Badende am Brombachsee in Mittelfranken an und verletzte mehrere Menschen. Die Polizei entschied nach Absprache mit einem Angelverein und Wasserrettungskräften, dass der Fisch eine Gefahr darstellte. Im November wurde er schließlich getötet. Die Staatsanwaltschaft erklärte die Maßnahme später für rechtmäßig, obwohl das Landeskriminalamt kurzzeitig ermittelte, weil ein Polizist an der Aktion beteiligt war. Experten vermuteten, dass das aggressive Verhalten darauf zurückging, dass der Wels bei niedrigem Wasserstand seinen Nachwuchs beschützte.

Unterdessen geriet der Nürnberger Tiergarten in die Kritik, nachdem er zwölf gesunde Paviane wegen Platzmangels töten ließ. Die Entscheidung löste rund 350 Strafanzeigen und massive Proteste aus. Die Verantwortlichen rechtfertigten den Schritt mit dem Wohl der Tiere, doch die öffentliche Empörung hielt an.

Einer der amüsanteren Fälle betraf Urax, einen Münchner Hund, der einen offiziellen Brief von der GEZ (Gebühreneinzugszentrale) erhielt. Seine Besitzerin, Jutta Zedelmaier, antwortete per Einschreiben und erklärte, Urax könne die Rundfunkgebühren nicht zahlen, da sein "Arbeitsplatz" – das Revier – weder Radio noch Internet habe. Die GEZ reagierte mit Humor und versprach, dem Hund künftig keine Post mehr zu schicken.

Auch der seltene Bartgeier Vincent sorgte für Aufsehen. Der Vogel legte 1.600 Kilometer von seinem Brutgebiet im Nationalpark Berchtesgaden zurück, überquerte Deutschland und landete schließlich in der Nähe von Oldenburg in Niedersachsen. Wildhüter fing ihn später in der Nähe einer Landstraße ein.

Eine besonders skurrile Entdeckung machte ein Metzger in Simbach am Inn (Niederbayern): Beim Zerlegen der Kuh Herzal stieß er auf den verlorenen Ehering von Bauer Johannes Brandhuber – das Schmuckstück war offenbar Monate zuvor von dem Tier verschluckt worden.

Diese Vorfälle zeigen, wie unberechenbar das Zusammentreffen von Tieren und Menschen sein kann. Während Fälle wie der Wels-Angriff oder die Pavian-Tötungen ethische Fragen zum Tiermanagement aufwarfen, sorgten Geschichten wie der GEZ-Brief an den Hund oder der wiedergefundene Ehering für Heiterkeit und Staunen. Jede dieser Begebenheiten spiegelt die vielschichtige Beziehung zwischen Mensch und Tierwelt wider.