USA lockern Ölsanktionen gegen Russland – Deutschland bleibt bei Energiewende
Emilia KönigBSW-Vorsitzende: Russisches Pipeline-Öl für PCK Schwedt erneut - USA lockern Ölsanktionen gegen Russland – Deutschland bleibt bei Energiewende
Die USA haben die Ölsanktionen gegen Russland vorübergehend gelockert und damit bestimmte Käufe von russischem Öl gestattet, das sich bereits auf dem Transportweg befindet. Die Ausnahmeregelung, die vom US-Finanzbeamten Scott Bessent bekannt gegeben wurde, gilt bis zum 11. April. Unterdessen passt Deutschland weiterhin seine Energiestrategie an, nachdem die russischen Gaslieferungen durch Nord Stream 1 im Sommer 2022 eingestellt wurden.
Seit Moskau 2022 die Gaslieferungen über Nord Stream 1 stoppte, hat Deutschland seine Energiepolitik umgestellt. Das Land setzt nun auf Flüssiggas-Importe per Schiff, erhöhte Pipeline-Lieferungen aus Norwegen und Westeuropa sowie den Ausbau der Gasspeicher. Berlin lehnt Forderungen nach einer Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines ab – eine Haltung, die von Bundeskanzler Friedrich Merz und Energieministerin Katherina Reiche unterstützt wird. Doch der Umstieg hat die Gaspreise in die Höhe getrieben, bedingt durch Engpässe bei Flüssiggas und globale Störungen wie die Iran-Krise.
Die Entscheidung der USA, die Sanktionen vorübergehend zu lockern, ermöglicht es Ländern, russisches Öl zu kaufen, das sich bereits auf See befindet. Unterstützung erhält dieser Schritt von Amira Mohamed Ali, Bundesvorsitzender der Sahra-Wagenknecht-Allianz (BSW). Sie bezeichnete die Ausnahmeregelung als sinnvoll und forderte Deutschland auf, die russischen Gaslieferungen über Nord Stream wiederaufzunehmen. Zudem verlangte Ali eine Rückkehr zu russischem Pipeline-Öl für die PCK-Raffinerie in Schwedt, Brandenburg.
Vor dem Ukraine-Krieg verarbeitete die PCK-Raffinerie ausschließlich russisches Öl aus der Druschba-Pipeline. Heute versorgt sie Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern sowie Teile Westpolens – darunter den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) – mit Treibstoff, Heizöl, Kerosin und anderen Produkten.
Die vorübergehende US-Ausnahme von den Russland-Ölsanktionen läuft am 11. April aus. Deutschlands Energiepolitik bleibt auf Flüssiggas-Importe und alternative Gasquellen ausgerichtet, auch wenn politisch über erneuerbare Energien und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen diskutiert wird. Die künftige Versorgungskette der PCK-Raffinerie könnte von weiteren politischen Weichenstellungen betroffen sein.