UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt
UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank
Die italienische Großbank UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt und bietet dabei 30,80 Euro pro Aktie – ein Aufschlag von 10 Prozent auf den jüngsten Börsenkurs der Bank. Die am Montag bekannt gegebene Offerte stößt bereits jetzt auf Widerstand seitens der Bundesregierung und des Betriebsrats der Commerzbank.
Das Angebot folgt auf monatelange Bemühungen von UniCredit-Chef Andrea Orcel, der inzwischen fast 30 Prozent der Commerzbank-Aktien hält. Ein formelles Übernahmeangebot wird für Mai erwartet, während Anleger die Marktentwicklung genau beobachten.
Die Bundesregierung lehnt eine Übernahme seit Bekanntwerden von UniCredits Interesse im März 2025 konsequent ab. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) betont die Notwendigkeit einer starken und unabhängigen Commerzbank und hält am staatlichen Anteil von 12 Prozent fest. Auch der Betriebsrat äußert Bedenken und fürchtet Stellenabbau unter neuer Führung.
Trotz der Skepsis sorgte das Übernahmeangebot kurzfristig für Optimismus an den Märkten: Der DAX stieg um 0,53 Prozent auf 23.574 Punkte und machte damit frühere Verluste wett, die durch fallende Ölpreise und schwache zyklische Werte verursacht worden waren. Zu den Verlierern des Tages zählten Lufthansa und TUI, während Bayer und Siemens Energy zulegten.
Technische Analysten warnen jedoch, dass der DAX weiterhin anfällig bleibt. Der Index notiert unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, und ein Fall unter die Marke von 22.900 Punkten könnte weitere Verkäufe auslösen. Für eine nachhaltige Erholung müsste der DAX laut Händlern die 24.000-Punkte-Marke zurückerobern.
UniCredits formelles Angebot steht im Mai an, während Anleger die Auswirkungen auf die Zukunft der Commerzbank abwägen. Die Ablehnung durch die Bundesregierung und die eigene Bankführung bleiben zentrale Hürden. Die kurzfristigen Gewinne des DAX hängen nun davon ab, ob die Übernahmeeuphorie die allgemeinen Marktbelastungen überwiegen kann.