Thyssenkrupp-Belegschaft kämpft gegen Dividende – und für faire Sozialtarifverträge
Greta WagnerThyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Dividendenverzicht - Thyssenkrupp-Belegschaft kämpft gegen Dividende – und für faire Sozialtarifverträge
Thyssenkrupp-Mitarbeiter fordern Aktionäre auf, geplante Dividendenausschüttung abzulehnen
Der Aufruf erfolgt kurz vor der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns. Die Belegschaft argumentiert, die geplante Ausschüttung schade dem Unternehmen und ignoriere ihre Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit.
Vor der Versammlung kam es zu Protesten, bei denen sich Beschäftigte gegen die vorgeschlagene Dividende von 15 Cent pro Thyssenkrupp Aktie aussprachen. Dies würde das Unternehmen insgesamt 93 Millionen Euro kosten. Die Gewerkschaft IG Metall bezeichnete den Plan als wirtschaftlich leichtsinnig und als schädliches Signal an die Belegschaft.
Auch Arbeiter von HKM, einem Stahl-Joint-Venture mit Thyssenkrupp-Beteiligung, schlossen sich den Demonstrationen an. Sie forderten einen Sozialtarifvertrag – einen Tarifvertrag, der faire Bedingungen bei Stellenabbau garantiert. Marco Gasse, der Betriebsratsvorsitzende von HKM, nahm an den Protesten teil und betonte die Notwendigkeit sozialverträglicher Personalanpassungen.
Die IG Metall warf Thyssenkrupp vor, wenig Rücksicht auf die Belegschaft zu nehmen. Die Gewerkschaft argumentiert, die Dividendenentscheidung werde die Spannungen zwischen Management und Arbeitnehmern weiter verschärfen.
Der Konflikt offenbart tiefe Gräben bei den finanziellen Prioritäten des Konzerns: Während die Beschäftigten faire Lösungen bei Stellenstreichungen fordern, geraten die Aktionäre unter Druck, auf die Dividende zu verzichten. Das Ergebnis der Hauptversammlung wird zeigen, ob die Ausschüttung tatsächlich erfolgt.