11 January 2026, 12:13

Thüringen testet automatische Steuererklärung durch das Finanzamt bis 2026

Ein Tisch mit Papier, einer Datei, einem Brief, einem Stift und einem unbekannten Objekt darauf.

Keine Stress mit Steuererklärungen? - Neues Modell möglich - Thüringen testet automatische Steuererklärung durch das Finanzamt bis 2026

Thüringen prüft automatische Steuererklärung durch Finanzämter

Thüringen erwägt die Einführung eines neuen Systems, bei dem Finanzämter die Steuererklärungen der Bürger automatisch vornehmen könnten. Das Vorhaben orientiert sich am Modell Hessens, wo Steuerformulare bereits mit vorhandenen Daten vorbefüllt werden. Bei einer Genehmigung könnte das System bis 2026 bundesweit eingeführt werden.

In Hessen nutzt die Finanzverwaltung bereits verfügbare Finanzdaten, um Steuererklärungen vorab auszufüllen. Bürger, die die vorgetragenen Angaben akzeptieren, erhalten ihren Bescheid innerhalb weniger Wochen. Dieser Ansatz findet Unterstützung bei Verbänden wie dem Deutschen Steuergeberbund und dem Bund der Steuerzahler.

Das Thüringer Finanzministerium prüft nun ein ähnliches System unter dem Namen "amtliche Steuerfestsetzung", bei dem die Behörden in bestimmten Fällen die Erklärungen selbst erstellen. Zudem plant das Land eine appbasierte Lösung über die bestehende Elster-Software. Mit einem einzigen Klick könnten Steuerzahler ihre Erklärung dann automatisch generieren, freigeben und einreichen.

Fast 80 Prozent der Thüringer geben ihre Steuererklärung bereits digital ab – eine gute Voraussetzung für den Übergang. Maik Kowalleck, haushaltspolitischer Sprecher der CDU, argumentiert, dass der Staat die Daten ohnehin besitze und daher den Prozess für die Bürger vereinfachen solle. Er setzt sich für die Übernahme des hessischen Modells ein, das bei Überwindung technischer und organisatorischer Hürden auch über Thüringen hinaus ausgedehnt werden könnte.

Ziel des geplanten Systems ist es, Bürokratie abzubauen und die Steuerabwicklung zu beschleunigen. Bei Erfolg könnte es 2026 zunächst in Thüringen starten und später in ganz Deutschland eingeführt werden. Vor der vollständigen Umsetzung müssen jedoch die technische Infrastruktur und personelle Kapazitäten sichergestellt werden.