11 January 2026, 14:07

Thüringen erkundet 2026 neue Märkte im Mercosur-Raum nach EU-Handelsdeal

Ein Lagerraum voller numerous Flaschen und Dosen, mit einem zentralen Banner, das die Supra-Marke anzeigt und ein Logo in der rechten unteren Ecke, das LM gekennzeichnet ist.

Minister: Mercosur Deal Gut für Thüringen - Thüringen erkundet 2026 neue Märkte im Mercosur-Raum nach EU-Handelsdeal

Die Thüringer Landesregierung plant für Ende 2026 eine Handelsdelegation in die Mercosur-Region. Ziel der Reise ist es, wirtschaftliche Chancen nach dem historischen Handelsabkommen zwischen der EU und Südamerika auszuloten. Bisher wurden jedoch noch keine konkreten Länder oder Städte genannt, die besucht werden sollen.

Landwirte in Thüringen und bundesweit hatten zuvor gegen das Abkommen protestiert. Ihre Bedenken richteten sich vor allem gegen mögliche Konkurrenz durch günstigere Agrarimporte aus der Region.

Das EU-Mercosur-Abkommen, das zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur-Block – bestehend aus Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay – geschlossen wurde, schafft die größte Freihandelszone der Welt. Es umfasst einen gemeinsamen Markt von über 700 Millionen Menschen. Das Abkommen sieht zudem Zollsenkungen und den Abbau von Handelsbarrieren für Unternehmen auf beiden Seiten vor.

Um die Sorgen europäischer Landwirte zu mildern, enthält das Abkommen Beschränkungen für Agrarimporte aus Südamerika. Betroffen sind Fleisch, Käse, Zucker und Ethanol. Schutzklauseln sollen europäische Produzenten zudem vor zu starken Preiseinbrüchen bewahren. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John sieht in dem Deal wirtschaftliche Vorteile für die Region. Sie erwartet neue Handelsmöglichkeiten und Zugang zu wichtigen Rohstoffen wie Lithium. Zudem könnte das Abkommen helfen, die wirtschaftliche Abhängigkeit Thüringens von China und den USA zu verringern, indem alternative Märkte erschlossen werden.

Trotz der geplanten Delegation liegen bisher keine genauen Details zur Reise vor. Die Landesregierung hat noch nicht bestätigt, welche Mercosur-Länder oder Städte besucht werden sollen.

Das Mercosur-Abkommen eröffnet Thüringen neue Handelswege und Wirtschaftspartnerschaften. Die Delegation 2026 soll mögliche Vorteile für heimische Unternehmen prüfen. Gleichzeitig sollen die Importbeschränkungen Chancen für Exporteure schaffen und europäische Landwirte vor Marktverwerfungen schützen.