03 January 2026, 12:11

Stuttgart verzeichnet Rekordzahl an Einbürgerungen – doch die Probleme wachsen mit

Graffiti-bedeckter Zug mit sichtbaren Kabeln, Häuser mit Fenstern im Hintergrund.

Stuttgart verzeichnet Rekordzahl an Einbürgerungen – doch die Probleme wachsen mit

In Stuttgart hat sich seit Beginn des Jahres 2024 die Zahl der Anträge auf Einbürgerung stark erhöht. Der Anstieg folgt auf umfassende Reformen des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts, durch die die Zuständigkeit von den Bezirksämtern auf die zentrale Ausländerbehörde überging. Bis Ende 2025 rechnet die Stadt damit, fast 40.000 Migrantinnen und Migranten einzubürgern – ein Plus von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

2024 wurden in Stuttgart 21.811 Menschen eingebürgert. Im Folgejahr stieg die Zahl deutlich an. Bereits bis Mitte Dezember 2025 hatte die Stadt 37.877 Anträge genehmigt; die Prognosen gehen von einem Endstand zwischen 39.000 und 39.500 aus.

Die im Juni 2024 in Kraft getretenen Reformen vereinfachten zwar einige Abläufe, führten aber auch zu Rückstauen. Viele Antragstellende, frustriert über die Verzögerungen, haben sich an die Gerichte gewandt. Bis November 2025 verzeichnete das Verwaltungsgericht Stuttgart 1.997 neue Klageeingänge im Zusammenhang mit Einbürgerungen. Ein beträchtlicher Teil – 1.039 Fälle – betraf Klagen wegen Untätigkeit der Behörden. Nicht alle Anträge hatten Erfolg: Bis Ende November 2025 waren 1.683 Gesuche abgelehnt worden, während viele andere noch in Prüfung sind. Der Anstieg der Klagen steht auch im Zusammenhang mit den anhaltenden politischen Debatten über verschärfte Asylregeln und die Familienzusammenführung. Bundesweit spiegelt sich der Stuttgarter Trend wider: Immer mehr Menschen beantragen die Staatsbürgerschaft, doch Verzögerungen und rechtliche Auseinandersetzungen nehmen zu.

Die Reformen von 2024 haben in Stuttgart zu einer Rekordzahl an Einbürgerungen geführt. Mit fast 40.000 voraussichtlichen Genehmigungen bis Ende 2025 zeigen die Zahlen der Stadt ein bundesweites Muster. Doch die steigende Anzahl an Ablehnungen und noch nicht bearbeiteten Fällen deutet darauf hin, dass Bearbeitungsverzögerungen und juristische Streitigkeiten auch im kommenden Jahr zentrale Herausforderungen bleiben werden.