25 November 2025, 02:07

Steuerklassen wechseln: So holen Ehepaare mehr Netto raus

Eine Braut in einem weißen Kleid und Schleier steht neben einem Bräutigam in einem Anzug und schwarzer Fliege, mit einem unscharfen Hintergrund.

Die richtigen Steuerklassen für Ehepaare und Alleinerziehende - Steuerklassen wechseln: So holen Ehepaare mehr Netto raus

Verheiratete Paare in Deutschland können ihre Steuerklassen anpassen, um ihr monatliches Nettoeinkommen zu erhöhen. Die richtige Wahl hängt dabei vom Einkommensverhältnis und den persönlichen Lebensumständen ab. Rund 40 % der Paare entscheiden sich bereits für die Kombination der Steuerklassen 3 und 5 statt der standardmäßigen Steuerklasse 4.

Wenn zwei Menschen in Deutschland heiraten, werden beide automatisch in Steuerklasse 4 eingestuft – unabhängig davon, wie viel jeder von ihnen verdient. Ledige ohne Kinder bleiben hingegen in Steuerklasse 1.

Viele Paare wechseln später zu den Steuerklassen 3 und 5. Dieser Schritt lohnt sich besonders, wenn ein Partner mindestens 60 % des Haushaltseinkommens erwirtschaftet, während der andere 40 % oder weniger beisteuert. Der Hauptverdiener wechselt dann in Klasse 3, was seine Steuerlast verringert, während der geringere Verdiener in Klasse 5 rückt und mehr Steuern zahlt. Das Ergebnis: ein höheres gemeinsames Nettoeinkommen pro Monat.

Eine weitere Möglichkeit ist das Faktorverfahren. Dabei wird der Splitting-Tarif für Ehepaare bereits monatlich angewendet, statt erst bei der jährlichen Steuererklärung. Das kann besonders für Paare mit unregelmäßigen Einkünften die monatliche Belastung ausgleichen.

Allerdings kann die Zuweisung des höheren Einkommens zur Steuerklasse 5 – selbst vorübergehend – das monatliche Gehalt spürbar schmälern. Das kann die Haushaltsfinanzen für bis zu ein Jahr belasten. Gezielte Änderungen können auch in Phasen von Arbeitslosigkeit oder Elternzeit sinnvoll sein, doch die Auswirkungen fallen sehr unterschiedlich aus.

Die optimale Steuerklassen-Konstellation hängt letztlich von den individuellen Einkünften und Lebenssituationen ab. Erst mit der jährlichen Steuererklärung zeigt sich, ob sich ein Wechsel wirklich gelohnt hat. Paare sollten daher abwägen, ob die monatlichen Vorteile mögliche finanzielle Engpässe aufwiegen, bevor sie Änderungen vornehmen.