SPD scheitert mit Landeswohnungsunternehmen – Koalition setzt auf Beratungsagentur
Emilia KönigSPD im Norden fordert Wohnungsgesellschaft - SPD scheitert mit Landeswohnungsunternehmen – Koalition setzt auf Beratungsagentur
Die SPD in Schleswig-Holstein hat sich für die Gründung eines landeseigenen Wohnungsunternehmens eingesetzt, um die Wohnungsnot in der Region zu bekämpfen. Ihr Vorschlag zielte darauf ab, den sozialen Wohnungsbau durch die Erschließung von Grundstücken und den Neubau von Wohnungen auszuweiten. Doch der Plan stieß in der regierenden Koalition auf heftigen Widerstand.
Der SPD-Abgeordnete Thomas Hölck betonte die Dringlichkeit der Lage und verwies auf rund 18.000 geförderte Wohnungen, die in den kommenden Jahren ihren Status verlieren könnten. Die Partei argumentierte, ein eigenes Landesunternehmen könne bezahlbaren Wohnraum sichern und die bestehenden Pläne der Regierung für eine Entwicklungsagentur erweitern.
Der Antrag sah vor, dass das neue Unternehmen einen eigenen Wohnungsbestand bewirtschaftet und gleichzeitig Baugrundstücke vorbereitet. Doch CDU, Grüne und FDP blockierten den Vorstoß im Landtag. Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) enthielt sich der Stimme, statt den SPD-Plänen zuzustimmen.
Stattdessen unterstützte die Koalition einen alternativen Ansatz: eine beratende Wohnungsbau-Agentur. Dieses Modell, das von CDU, Grünen und SSW getragen wird, setzt auf Beratung statt auf direkten Bau oder Grundstücksbesitz.
Mit der Ablehnung ist die SPD-Vision eines staatlichen Wohnungsunternehmens vorerst vom Tisch. Da es keine unmittelbare Lösung für die 18.000 bedrohten Sozialwohnungen gibt, dürfte die Debatte über bezahlbares Wohnen in Schleswig-Holstein weitergehen. Die beschlossene Beratungsagentur wird nun die künftige Politik prägen – ihre Wirkung bleibt jedoch abzuwarten.






