SPD plant radikale Schulreform in NRW: Nur noch Gymnasien und Gesamtschulen ab 2032
Greta WagnerOtt will das NRW-Schulwesen radikal überholen - SPD plant radikale Schulreform in NRW: Nur noch Gymnasien und Gesamtschulen ab 2032
Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat Pläne für eine grundlegende Reform des Schulsystems des Landes vorgestellt – falls sie die Landtagswahl 2027 gewinnt. Die Partei schlägt vor, das aktuelle, ausdifferenzierte Schulsystem bis 2032 durch nur noch zwei Schulformen zu ersetzen: Gymnasien und Gesamtschulen. Parteichef Jochen Ott begründet dies damit, dass die bestehende Struktur zu viele Kinder im Stich lasse und Eltern bei der Schulwahl verunsichere.
Aktuell gibt es in Nordrhein-Westfalen ein komplexes Gefüge aus Hauptschulen, Realschulen, Sekundarschulen, Berufskollegs sowie Modellversuche wie Gemeinschaftsschulen und Primus-Schulen. Die SPD will dies vereinfachen, indem sie die meisten Schulformen schrittweise abschafft und nach der Grundschule nur noch Gymnasien und Gesamtschulen anbietet. Ott räumte ein, dass der Übergang Zeit brauche, versicherte aber, dass Schülerinnen und Schüler, die bereits im System sind, ihren bisherigen Bildungsweg abschließen können.
Ziel der geplanten Änderungen ist es, die besorgniserregenden Bildungsabschlüsse zu verbessern – derzeit verlässt fast jedes fünfte Kind die Schule ohne die Voraussetzungen für eine direkte Berufsausbildung. Ott betonte zudem, wie wichtig es sei, die Verunsicherung vieler Eltern zu verringern, die oft nicht wissen, welche Schule ihren Kindern die besten Chancen bietet. Sollte die SPD die Wahl gewinnen, würde sie die Entscheidungshoheit über Schulreformen zentral beim Land bündeln und nicht länger den Kommunen überlassen. Neben der Strukturreform plant die Partei 'handyfreie Vormittage' an Schulen, um mehr Raum für analoges Lernen zu schaffen. Über das Schicksal bestehender Modellprojekte wie der Primus-Schulen in Minden, Münster, Schalksmühle, Titz und Viersen würde im Rahmen des neuen Systems entschieden.
Die SPD-Reform soll schrittweise umgesetzt werden, wobei die vollständige Einführung bis zum Ende der nächsten Legislaturperiode 2032 abgeschlossen sein soll. Die Partei will damit die Schulwahl vereinfachen, Qualifikationslücken bei Absolventen schließen und Eltern mehr Planungssicherheit geben. Zudem verlagert der Plan die Verantwortung für umstrittene Bildungsentscheidungen von den kommunalen Gremien auf die Landesebene.