Sixt in der Kritik: Kündigungswelle nach Betriebsratsgründungen löst juristischen Streit aus
Greta WagnerSixt in der Kritik: Kündigungswelle nach Betriebsratsgründungen löst juristischen Streit aus
Autovermieter Sixt gerät nach Kündigungswelle bei Betriebsratsgründungen in rechtliche und politische Kritik
Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Unternehmen vor, demokratische Prozesse zu behindern, während betroffene Beschäftigte ihre Entlassungen gerichtlich anfechten wollen. Aktuelle Urteile und Strafanzeigen haben den Konflikt um Arbeitnehmerrechte bei Sixt weiter zugespitzt.
Erst kürzlich eskalierte die Situation in Schleswig-Holstein, wo drei Mitarbeiter kurz nach dem Vorstoß zur Gründung eines Betriebsrats gekündigt wurden. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf ordnete zwar ihre Wiedereinstellung an, doch alle drei verließen das Unternehmen schließlich. Nun bereiten sich ehemalige Kollegen darauf vor, ihre eigenen Kündigungen vor dem Arbeitsgericht anzufechten und auf Rückkehr in den Betrieb zu klagen.
Ein ähnliches Muster zeigte sich in Frankfurt, wo sieben Beschäftigte während eines zweiten Anlaufs zur Betriebsratsgründung an einem einzigen Tag fristlos entlassen wurden. Die Kündigungen fielen zeitlich mit einer geplanten Wahlversammlung zusammen, was den Verdacht auf gezielte Einflussnahme nährt. Verdi hat daraufhin Strafanzeige gegen den regionalen Geschäftsführer von Sixt, Filialleiter und Gesellschafter erstattet – wegen Behinderung der Betriebsratsarbeit und undemokratischer Praktiken.
Die Vorwürfe der Gewerkschaft beschränken sich jedoch nicht auf Einzelfälle. Frühere Vorfälle in Düsseldorf und Frankfurt deuten auf ein systematisches Problem bei der Mitarbeitervertretung bei Sixt hin. Der SPD-Politiker Kianusch Stender kündigte an, die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses aufzugreifen.
Sixt weist die Vorwürfe von Verdi zurück, betont jedoch, dass die Entscheidung über die Gründung eines Betriebsrats bei den Beschäftigten liege. Kritiker zweifeln allerdings an, ob Angestellte angesichts der wiederholten Kündigungen während Organisierungsversuchen tatsächlich frei entscheiden können.
Der Streit verlagert sich nun vor die Gerichte: Klagen auf Wiedereinstellung sind anhängig, die Strafanzeigen werden geprüft. Sixts Umgang mit Betriebsratswahlen bleibt unter Beobachtung, während Verdi und betroffene Arbeitnehmer für stärkere Schutzrechte kämpfen.
Das Ergebnis könnte wegweisend für die Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten – nicht nur bei Sixt, sondern branchenweit – werden.






