Selbstständige Apotheker fordern gleichen Mutterschutz und Elterngeld – sonst droht das Aus
Noah WernerApotheker fordern Elterngeld für Freiberufler - Selbstständige Apotheker fordern gleichen Mutterschutz und Elterngeld – sonst droht das Aus
Selbstständige Apotheker in Deutschland kämpfen mit steigenden Herausforderungen: Finanziellen Belastungen und Personalmangel gefährden ihre Existenz. Der Deutsche Apothekerverband fordert gleiche Ansprüche auf Mutterschutz und Elterngeld für Selbstständige, da die aktuellen Regelungen sie benachteiligen.
Das größte Problem sind die hohen Kosten für Vertretungskräfte während Abwesenheitszeiten. Die Honorare sind stark gestiegen, sodass sich viele Apotheker die Vertretung schlicht nicht mehr leisten können. Verschärft wird die Situation durch den Mangel an qualifiziertem Personal, das bereit ist, temporäre Einsätze zu übernehmen – was die Ausgaben weiter in die Höhe treibt. Besonders prekär ist die Lage für selbstständige Apothekerinnen: Da es keine Regelungen für ihre Vertretung gibt, können sie den gesetzlichen Mutterschutz nicht in Anspruch nehmen.
Die geschlechtsspezifische Schieflage im Berufsstand verschärft das Problem zusätzlich. 80 Prozent der Pharmazieabsolventen sind Frauen, doch Selbstständige können weder konkurrenzfähige Gehälter zahlen noch Elternzeit anbieten – was die Gewinnung und Bindung von Fachkräften erschwert. Private Versicherungen für Familienzeiten sind oft unerschwinglich, sodass selbstständigen Apothekern kaum Handlungsoptionen bleiben.
Der Apothekerverband pocht auf eine gleiche Behandlung bei Mutterschutz und Elterngeld für Selbstständige. Sowohl das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) als auch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sind gefordert, hier Lösungen zu erarbeiten. Die Umsetzung muss über die Familien- und Gesundheitsministerien der Länder koordiniert werden. Ohne schnelles Handeln steht die Zukunft selbstständiger Apotheker in Deutschland auf dem Spiel.