Schleswig-Holstein will Antisemitismus an Schulen härter bekämpfen – doch Kritik bleibt
Greta WagnerStenke fordert klare Position gegen Antisemitismus - Schleswig-Holstein will Antisemitismus an Schulen härter bekämpfen – doch Kritik bleibt
Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke verspricht härteres Vorgehen gegen Antisemitismus
Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Behörden die Fortschritte eines Zehn-Punkte-Plans aus dem Jahr 2023 überprüfen, der das jüdische Leben fördern und Diskriminierung bekämpfen soll. Kritiker monieren jedoch, dass es konkreterer Maßnahmen bedarf, um aus Versprechen Taten werden zu lassen.
Der Plan sieht eine große Bildungsinitiative vor: Schulen sollen Präventionsstrategien entwickeln und offene Gespräche über jüdische Geschichte, Antisemitismus und Israel anregen.
Stenke betonte zwar Fortschritte bei der Umsetzung der 2023 gestarteten Initiative, räumte aber ein, dass mehr Bewusstsein, Aufklärung und rechtliche Konsequenzen für antisemitische Taten nötig seien. Sie forderte eine entschlossenere Reaktion auf Vorfälle – etwa nach der jüngsten Schändung eines Mahnmals für die 1938 zerstörte Kieler Synagoge.
Kritik kommt aus verschiedenen politischen Lagern: Der bildungspolitische Sprecher der SPD, Martin Habersaat, bezeichnete "gute Absichten allein" als unzureichend und mahnte schnellere und wirksamere Umsetzung an. Die FDP-Abgeordnete Anne Riecke unterstrich die Bedeutung von Sicherheit für jüdische Schülerinnen und Schüler und warnte vor wachsendem Antisemitismus an Hochschulen und im öffentlichen Raum.
Jette Waldinger-Thiering von der SSW forderte nachhaltige Finanzierung, um Schulen und Universitäten die Umsetzung des Plans zu ermöglichen. Unterdessen arbeitet die Landesregierung an einem umfassenderen Aktionsplan gegen Antisemitismus – Details sind jedoch noch nicht bekannt.
Die aktuelle Bildungsministerin Karin Prien, zuständig für allgemeine und berufliche Bildung, wird in offiziellen Unterlagen nicht direkt mit dem Zehn-Punkte-Plan in Verbindung gebracht. Ihre Rolle in der Initiative bleibt Stand Januar 2026 unklar.
Der erneute Fokus des Landes auf Antisemitismus folgt anhaltenden Sorgen über Hassvorfälle und zögerliche Fortschritte in der Bildungsarbeit. Schulen sind nun aufgefordert, Präventionskonzepte zu erarbeiten und den Dialog unter Schülerinnen und Schülern zu fördern. Die Verantwortlichen betonen, dass der kommende Aktionsplan bestehende Lücken schließen werde – sein Erfolg hänge jedoch von Finanzierung und Umsetzung ab.