Sachsen-Anhalt verbietet AfD-Praktika beim Girls' und Boys' Day 2024
Schulen in Sachsen-Anhalt haben Schülern die Teilnahme an Praktika bei der Landtagsfraktion der AfD untersagt. Betroffen ist in diesem Jahr der Girls' und Boys' Day, eine jährliche Initiative, die Jugendlichen Berufserfahrung ermöglicht. Die Bildungsbehörden begründeten die Entscheidung mit der umstrittenen Einstufung der Partei als rechtsextrem.
Über 20 Schüler hatten sich für ein Praktikum bei der AfD-Fraktion beworben. Das Verbot wurde bekannt gegeben, nachdem der Landesbildungsminister Jan Riedel eine Zusammenarbeit mit der Partei als unangemessen bezeichnet hatte. Er verwies dabei auf deren Einordnung als "gesichert rechtsextremistische" Organisation durch die Sicherheitsbehörden.
Riedel warf dem Programm der AfD zudem "antidemokratische" und "menschenverachtende Tendenzen" vor. Er betonte, dass Schulen verfassungsmäßige Werte vertreten müssten, weshalb eine Kooperation mit der Partei nicht in Frage komme.
Die AfD lehnte die Entscheidung als politisch motiviert ab. Ulrich Siegmund, Fraktionsvorsitzender der Partei, argumentierte, die Landtagsfraktion sei rechtlich eigenständig und nicht mit der Partei gleichzusetzen. Dennoch bleibt das Verbot für das Berufsorientierungsprogramm bestehen.
Die Beschränkung bedeutet, dass in diesem Jahr keine Schüler ein Praktikum bei der AfD-Fraktion absolvieren werden. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Debatten über die politische Ausrichtung der Partei und ihren Platz in öffentlichen Einrichtungen. Die Schulen in Sachsen-Anhalt haben ihre Richtlinien damit an die offizielle Position des Landes angepasst.






