03 February 2026, 12:06

Rückgang der Angriffe auf Journalisten – doch Berlin bleibt gefährlichster Hotspot

Eine Gruppe von Menschen steht vor dem beleuchteten Reichstag in Berlin, Deutschland, mit den Worten "Kämpfe für die Freiheit" auf dem Boden im Vordergrund.

Reporter ohne Grenzen: 55 Angriffe auf Journalisten in Deutschland im Jahr 2025 - Rückgang der Angriffe auf Journalisten – doch Berlin bleibt gefährlichster Hotspot

In Deutschland ging die Zahl der Angriffe auf Journalisten im Jahr 2025 zurück: Es wurden 55 Vorfälle registriert – ein Rückgang im Vergleich zu den 89 gemeldeten Fällen des Vorjahres. Die Daten hat die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zusammengestellt, warnt jedoch, dass viele Attacken vermutlich nicht erfasst werden.

Besonders betroffen war Berlin, was mit dem politischen Klima und der Rolle der Hauptstadt als Medienzentrum zusammenhängt. Die Zahlen verdeutlichen die anhaltenden Risiken für Journalist:innen, die über umstrittene Ereignisse berichten.

Von den 55 dokumentierten Angriffen richteten sich 46 direkt gegen Medienvertreter:innen in Form körperlicher Gewalt. Drei betrafen Sachbeschädigungen, sechs waren Cyberangriffe. Politische Kundgebungen erwiesen sich als besonders gefährlich: 41 der 46 körperlichen Übergriffe ereigneten sich bei solchen Veranstaltungen.

Berlin verzeichnete mit 20 Vorfällen – von tätlichen Angriffen bis hin zu Sachbeschädigungen – die höchste Zahl, gefolgt von Sachsen mit neun und Sachsen-Anhalt mit fünf Fällen. RSF wies darauf hin, dass einige Vorwürfe nicht bestätigt werden konnten, was auf eine noch höhere Dunkelziffer hindeutet.

Trotz des Rückgangs gegenüber 2024 bleibt die Sorge um nicht gemeldete Fälle bestehen. Für die Jahre 2020 bis 2024 liegen zudem keine verlässlichen Langzeitdaten vor, was die Einschätzung von Trends erschwert.

Die Zahlen für 2025 zeigen zwar eine Abnahme der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch bleibt die Konzentration von Gewalt bei politischen Veranstaltungen und in Berlin ein zentrales Problem. RSF beobachtet die Lage weiterhin und fordert eine bessere Erfassung sowie mehr Schutz für Journalist:innen in Hochrisikobereichen.