04 December 2025, 02:10

RTL Deutschland streicht 600 Jobs – trotz Millioneninvestitionen in Unterhaltungsshows

Eine Konferenzszene mit Sitzreihen und einer Bühne, auf der eine Diskussion zwischen Medienvertretern und Eigentümern stattfindet, mit einem großen Werbeplakat und einer Wand im Hintergrund.

RTL Deutschland streicht 600 Jobs – trotz Millioneninvestitionen in Unterhaltungsshows

RTL Deutschland kündigt Abbau von 600 Stellen an

RTL Deutschland hat Pläne bekannt gegeben, 600 Arbeitsplätze in seinem gesamten Unternehmen abzubauen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Herausforderungen und eines sich wandelnden Medienmarktes. Betroffen von der Entscheidung sind sowohl fest angestellte als auch teilzeitbeschäftigte Mitarbeiter:innen.

Unternehmenschef Stephan Schmitter begründete die Stellenstreichungen mit finanziellen Zwängen und strukturellen Veränderungen in der Branche. Er betonte, dass das Unternehmen eng mit den Betriebsräten zusammenarbeiten werde, um einen fairen Prozess zu gewährleisten. Um Zwangsentlassungen zu vermeiden, sollen Maßnahmen wie Vorruhestandsregelungen und Abfindungsprogramme angeboten werden.

Die Ankündigung stieß innerhalb des Unternehmens auf Kritik. Der RTL-Autor Micky Beisenherz hinterfragte öffentlich den Zeitpunkt der Kürzungen. Er verwies auf die jüngste Investition des Senders in Höhe von 90 Millionen Euro für das Comeback von Stefan Raab – parallel zu den Personalabbauplänen. Beisenherzs Äußerungen fanden online großen Anklang, viele Nutzer:innen in sozialen Medien teilten seine Bedenken.

RTL Deutschland hatte in den vergangenen Jahren mehrere prominente Verpflichtungen getätigt, darunter Sonja Zietlow für Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und Oliver Pocher für verschiedene Unterhaltungssendungen. Zudem setzte der Sender auf Teilnehmer:innen aus Talentformaten wie Das Supertalent und The Voice of Germany. Details zu jüngeren Großverträgen bleiben in öffentlichen Berichten jedoch unklar.

Die Stellenstreichungen sollen in den kommenden Monaten umgesetzt werden, wobei RTL Deutschland Zwangsentlassungen möglichst vermeiden will. Der Sender sicherte betroffenen Mitarbeiter:innen finanzielle und Übergangsunterstützung zu. Die Entscheidung spiegelt die allgemeinen wirtschaftlichen Belastungen der Medienbranche wider – sowie interne Debatten über Ausgabenprioritäten.