14 March 2026, 12:06

Rentenreform 2027: Warum die geplanten Gebühren für Sparer zum Streitfall werden

Eine alte Zeitungsanzeige für die Pension Inn in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißer Hintergrund.

Gönstigere Rente Gefordert: 100.000 Menschen Unterzeichnen Petition - Rentenreform 2027: Warum die geplanten Gebühren für Sparer zum Streitfall werden

Deutschlands privates Rentensystem steht vor einem grundlegenden Umbau: Ab 2027 soll ein neues, staatlich gefördertes Sparmodell eingeführt werden. Die Reform ersetzt die bisherigen Riester-Verträge durch ein vereinfachtes System. Doch eine hitzige Debatte entbrannt ist über die geplanten Gebührenobergrenzen – Verbraucherschützer kritisieren, dass die aktuellen Vorgaben für Sparer zu hoch bleiben.

Das neue Altersvorsorgedepot startet am 1. Januar 2027 im Rahmen des Entwurfes für das Altersvorsorgereformgesetz. Es sieht eine gestaffelte Förderung vor: 30 Cent pro Euro auf die ersten 1.200 Euro, die jährlich gespart werden (maximal 480 Euro), 20 Cent auf weitere Einzahlungen bis 1.800 Euro sowie Kinderzulagen von 25 Cent pro Euro (bis zu 300 Euro pro Kind). Zudem sind Steuererleichterungen von bis zu 1.800 Euro pro Jahr vorgesehen. Um die Kosten zu begrenzen, schreibt der Gesetzentwurf eine jährliche Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent für Standardprodukte ohne garantierte Leistungen vor.

Doch genau diese Grenze stößt auf massive Kritik. Eine Petition des Verbraucherportals Finanztip hat bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt – gefordert wird eine striktere Begrenzung auf 0,5 Prozent. Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen bezeichnete die geplanten 1,5 Prozent als "überzogen" und warnte, dass hohe Gebühren die langfristigen Ersparnisse auffressen könnten. Eine Studie von Finanztip zeigt: Schon kleine Unterschiede bei den Kosten mindern die spätere Rente über 40 Jahre hinweg deutlich.

Die öffentliche Meinung unterstützt diese Bedenken. Eine Umfrage ergab, dass 78 Prozent der potenziellen Nutzer geringe Gebühren als sehr wichtig für ihre Teilnahme erachten. Nur 23 Prozent würden die 1,5-Prozent-Grenze akzeptieren, während 30 Prozent eine Obergrenze von 0,5 Prozent und 28 Prozent eine von 1 Prozent befürworten. Zwar begrüßt die Deutsche Rentenversicherung die Reform grundsätzlich, kritisiert aber Lücken bei lebenslangen Auszahlungen und dem Schutz bei Erwerbsminderung.

Ziel der Reform ist es, die Altersvorsorge durch höhere Zuschüsse und klarere Regeln zu vereinfachen. Doch der Streit um die Gebühren offenbart den Konflikt zwischen Bezahlbarkeit und Spielraum für die Branche. Mit dem nahenden Starttermin 2027 wächst der Druck, die Obergrenze noch vor Einführung des neuen Systems anzupassen.

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