Arbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtsextreme Gruppe Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein
Unbekannte Gruppe "Zentrum" zieht erstmals in VW-Betriebsrat ein
Die wenig bekannte Gruppe Zentrum hat erstmals Sitze im Betriebsrat von Volkswagen errungen. Die Organisation, die oft mit rechtsextremen Positionen in Verbindung gebracht wird, sicherte sich bei der Wahl im Werk Braunschweig zwei Mandate. Damit gelingt ihr der erste Erfolg außerhalb von Mercedes-Benz, wo sie 2009 gegründet worden war.
Ursprünglich wurde Zentrum 2009 unter dem Namen Zentrum Automobil im Mercedes-Werk Stuttgart-Untertürkheim ins Leben gerufen. In den folgenden Jahren konzentrierte sich die Gruppe auf Süd- und Ostdeutschland und baute ihre Präsenz in wichtigen Automobilwerken aus. Bisher verfügte sie lediglich über neun Sitze am Gründungsstandort bei Mercedes-Benz.
Bei der Betriebsratswahl im Volkswagen-Werk Braunschweig am 13. März 2026 trat Zentrum erstmals mit einer eigenen Liste an. Mit 6,49 Prozent der Stimmen erlangte die Gruppe zwei der 35 zu vergebenden Sitze. Selbst mit mehr Kandidaten hätte ihr Stimmanteil keine weiteren Mandate gebracht.
Die dominierende Gewerkschaft IG Metall erhielt 78,5 Prozent der Stimmen und stellt damit 28 Betriebsräte. Die Gruppe CGM kam auf 15 Prozent und fünf Sitze. Durch den Einzug von Zentrum verfügt die Organisation nun über insgesamt elf Sitze in der deutschen Automobilindustrie: neun bei Mercedes-Benz und zwei bei Volkswagen.
Das Ergebnis bescherte Zentrum erstmals eine Vertretung im VW-Betriebsrat. Mit nunmehr elf Sitzen bei zwei großen Herstellern hat die Gruppe ihre ursprüngliche Basis erweitert. Ihr Abschneiden in Braunschweig deutet auf wachsenden Einfluss in der industriellen Arbeitnehmervertretung hin.