Protest für kostenlose Hautkrebsvorsorge: Demonstranten entblößen sich vor dem Kanzleramt
Claudia SeidelProtest für kostenlose Hautkrebsvorsorge: Demonstranten entblößen sich vor dem Kanzleramt
Protest unter dem Motto "Rettet die Hautkrebsvorsorge" am Mittwoch vor der Kanzlei
Am kommenden Mittwoch, den 29. April, findet um 8:30 Uhr eine Demonstration mit dem Titel "Rettet die Hautkrebsvorsorge" vor dem Bundeskanzleramt statt. Die Aktivistinnen und Aktivisten fordern, dass die kostenlosen Hautkrebs-Screenings für Menschen ab 35 Jahren alle zwei Jahre erhalten bleiben.
Die Kundgebung fällt zusammen mit dem Tag, an dem Gesundheitsministerin Nina Warken ihr Reformpaket dem Kabinett vorlegen will. Die Protestierenden argumentieren, dass die Abschaffung der flächendeckenden Früherkennung zu späteren Diagnosen und damit langfristig zu höheren Kosten für das Gesundheitssystem führen werde. Zudem sei der Schritt ungerecht, da sich die Zahl der Hautkrebsfälle in den letzten 20 Jahren nahezu verdoppelt habe.
Organisiert wird die Aktion von der Aktivistin Annika Liebert von der Organisation Campact. Als symbolischen Protest werden sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer teilweise entkleiden und Schilder mit Parolen wie "Gesundheit muss bezahlbar bleiben" oder "Ministerin Warken, kürzt uns nicht krank" hochhalten – gedruckt auf Abbildungen entblößter Körper. Eine Petition gegen die Streichung der Screenings hat bereits 500.000 Unterschriften gesammelt.
Neben der Hautkrebsvorsorge geht es den Demonstranten um eine generelle Bezahlbarkeit im Gesundheitswesen. Sie fordern zudem, dass die Pharmaindustrie stärker zur Finanzierung des öffentlichen Gesundheitssystems beiträgt.
Sollte die Reform durchkommen, könnten sich viele Menschen regelmäßige Hautkrebs-Untersuchungen nicht mehr leisten – mit der Folge, dass Diagnosen später gestellt und die Behandlungskosten steigen. Ziel des Protests ist es, die Regierung zum Erhalt des bisherigen Screening-Programms zu bewegen.






