25 January 2026, 08:06

Ostdeutsche Flughäfen zwischen Subventionsende und Billigflug-Krise

Eine Deutschlandkarte, die wichtige Städte, Hauptstädte und Flugrouten von Frankfurt nach München anzeigt.

Warum straucheln Ostflughäfen, während andere wieder aufblühen? - Ostdeutsche Flughäfen zwischen Subventionsende und Billigflug-Krise

Flughäfen in Ostdeutschland kämpfen mit den Folgen der Pandemie

Die Flughäfen in Ostdeutschland kommen nur langsam von den Auswirkungen der Corona-Krise zurück. In Leipzig/Halle und Dynamo Dresden ist die Zahl der Billigflüge stark eingebrochen – Low-Cost-Airlines machen dort mittlerweile weniger als 10 Prozent des Verkehrs aus. Gleichzeitig laufen die staatlichen Subventionen für beide Standorte bis 2030 aus, was die Lage zusätzlich verschärft.

Vor der Pandemie entfielen auf Billigfluggesellschaften noch über 40 Prozent der Flüge in Dresden und fast 18 Prozent in Leipzig/Halle. Bis 2025 sanken diese Anteile jedoch auf etwa 6 Prozent beziehungsweise unter 10 Prozent. Ryanair, einst ein wichtiger Akteur, zog sich komplett aus Leipzig/Halle zurück und begründete dies mit hohen Gebühren und Betriebskosten in Deutschland.

Hinzu kommen strukturelle Probleme: Die ostdeutschen Flughäfen sind stark von Inlandsverbindungen abhängig, die sich langsamer erholen als der internationale Reiseverkehr. Zudem ziehen größere Drehkreuze wie der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) oder Prag preisbewusste Passagiere ab. Während wohlhabendere Regionen mit höherer Nachfrage – wie Mittelfranken, wo das Pro-Kopf-BIP bei rund 49.100 Euro liegt – besser dastehen, bleibt die Kaufkraft im Raum Leipzig mit einem Pro-Kopf-BIP von etwa 36.200 Euro begrenzt.

Der Freistaat Sachsen springt Dresden mit zusätzlichen Mitteln zur Seite und stellt ab 2027 jährlich 9 Millionen Euro extra bereit. Dennoch planen sowohl Sachsen als auch Sachsen-Anhalt, die Subventionen für ihre Flughäfen bis 2030 vollständig abzubauen. Aktuell betreibt nur die Lufthansa eine gesicherte Strecke ab Dresden – die Verbindung nach München –, während Ryanair beide Standorte nicht mehr anfliegt.

Der Rückzug der Billigfluglinien und das Ende der Subventionen zwingen Leipzig/Halle und Dresden zum Umdenken. Ohne Low-Cost-Anbieter müssen sie nun stärker auf zahlungskräftigere Passagiere setzen – oder riskieren einen weiteren Niedergang. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sie gegen die größeren, besser vernetzten Konkurrenten bestehen können.