04 March 2026, 16:19

Oberbayern kämpft mit unwirksamen Durchfahrtsverboten auf A8 und A93

Eine Mäßestelle an der Seite einer Straße mit darunterfahrenden Autos, umgeben von Verkehrskegeln, Absperrpfählen, Schildern, einem Tor, Laternenmästen, Bäumen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Rosenheimer Landrat will administrative Hilfskräfte wie in Tirol - Oberbayern kämpft mit unwirksamen Durchfahrtsverboten auf A8 und A93

Behörden in Oberbayern drängen auf strengere Kontrollen der Durchfahrtsverbote auf den überlasteten Autobahnen A8 und A93

Landrat Otto Lederer (CSU) aus dem Landkreis Rosenheim fordert Nachbesserungen bei der Umsetzung der bestehenden Regelungen. Die aktuellen Maßnahmen seien unwirksam und nur schwer umsetzbar, kritisiert er. Als Vorbild schlägt er das Nachbarland Tirol vor, wo gezielte Verkehrskontrollen bereits Hunderttausende Fahrzeuge erfolgreich umgelenkt haben.

In Tirol gelten Durchfahrtsverbote auf ausgewählten Strecken seit etwa sechs Jahren. Zwischen Mitte April und Anfang November des vergangenen Jahres wurden rund 516.000 Fahrzeuge zurück auf die Hauptrouten geleitet. Möglich macht dies ein System mit geschulten Verwaltungsassistenten, die die Polizei an Kontrollpunkten unterstützen – was die Einhaltung der Regeln verbessert und Staus verringert.

Doch in Oberbayern gestaltet sich die Umsetzung ähnlicher Beschränkungen schwieriger. Anders als in Tirol gelten die Verbote in Landkreisen wie Rosenheim nur bei akutem Stau, was die Planung für die Beamten erschwert. Lederer bemängelt zudem, dass die Behörden keinen Einfluss auf Navigations-Apps haben, die Autofahrer häufig auf lokale Straßen umleiten. Gemeinsam mit Michael Siefener, dem stellvertretenden Polizepräsidenten für Oberbayern Süd, fordert er klarere Beschilderung vor Autobahnausfahrten, um illegale Ausweichrouten zu verhindern.

Aktuell dürfen in Bayern nur Polizisten Verkehrskontrollen durchführen – was zu Kritik an der laschen Umsetzung führt. Lederer schlägt vor, wie in Tirol Verwaltungsassistenten einzusetzen, um den Verkehrsfluss bei Staus besser zu steuern. Das bayerische Innenministerium lehnt dies jedoch ab: Nur die Polizei sei rechtlich befugt, Autofahrer anzuweisen.

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In den vergangenen Monaten haben Beamte zwar Tausende Fahrzeuge zurück auf die Autobahnen geleitet. Ohne zusätzliche Unterstützung bleibt die Kontrolle jedoch lückenhaft – mit der Folge, dass lokale Straßen unter dem Umleitungsverkehr ächzen.

Die Diskussion zeigt die Unterschiede zwischen Tirols strukturiertem Vorgehen und Bayerns reaktiven Maßnahmen. Lederers Forderungen nach Verwaltungsassistenten und besserer Beschilderung zielen darauf ab, Staus zu reduzieren und die Regeltreue zu erhöhen. Doch rechtliche Hürden und begrenzte Ressourcen behindern vorerst eine konsequentere Durchsetzung.