Nürnberger Flughafen bricht 2025 Passagierrekord – während das EU-Einreisesystem stockt
Noah WernerNürnberger Flughafen bricht 2025 Passagierrekord – während das EU-Einreisesystem stockt
Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit 4,5 Millionen Passagieren einen Rekord. Gleichzeitig begann die EU am 12. Oktober 2025 mit der schrittweisen Einführung des neuen Einreise-/Ausreisesystems (EES), das die Grenzkontrollen modernisieren soll. Bisher ist das System jedoch noch nicht in allen Mitgliedstaaten vollständig umgesetzt.
Das EES ersetzt die manuellen Passstempel durch digitale Aufzeichnungen. Es erfasst Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten, die in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert werden. Dadurch lässt sich in Echtzeit nachverfolgen, wann Staatsangehörige aus Drittländern in den Schengen-Raum ein- oder ausreisen.
Das System soll Identitätsprüfungen verschärfen, Betrug erschweren und Visumüberschreitungen wirksamer überwachen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, es unterstütze strengere Kontrollen an den Landgrenzen und verbessere gleichzeitig die Überwachung des Flugverkehrs. Stand 15. März 2026 hat jedoch noch kein EU-Land das EES an allen Grenzübergängen vollständig aktiviert.
Die vollständige EU-weite Inbetriebnahme wird nun zwischen April und September 2026 erwartet. Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen, die gemeinsam jährlich über drei Millionen Schengen-Ein- und -Ausreisen abwickeln, spielen dabei eine zentrale Rolle.
Das EES markiert einen Wandel hin zu automatisierten Grenzmanagement im Schengen-Raum. Die schrittweise Einführung zeigt die Herausforderungen, die mit der Abstimmung neuer Technologien über mehrere Länder hinweg verbunden sind. Sobald das System voll funktionsfähig ist, wird es die Abfertigung von Reisenden aus Drittstaaten an Flughäfen und Landgrenzen grundlegend verändern.