Niedersachsen diskutiert bessere Förderung für neurodivergente Kinder in Schulen
Greta WagnerLandtag setzt sich mit Neurodiversität im Ausschuss auseinander - Niedersachsen diskutiert bessere Förderung für neurodivergente Kinder in Schulen
Landtag will Neurodiversität in Niedersachsen thematisieren
Der Niedersächsische Landtag hat sich damit befasst, wie Schulen neurodivergente Schülerinnen und Schüler besser fördern können. Ein Antrag der SPD fordert weitreichende Änderungen in der Bildungspolitik, darunter die Fortbildung von Lehrkräften und Anpassungen im Unterricht. Der Vorschlag wird nun im Bildungsausschuss weiter beraten und von Expertinnen und Experten bewertet.
In dem SPD-Antrag wird betont, wie wichtig flächendeckende Screenings in der ersten Klasse sind, um neurodivergente Kinder frühzeitig zu erkennen. Zudem werden verbindliche Fortbildungen für Lehrkräfte, individuelle Fördermaßnahmen für betroffene Schülerinnen und Schüler sowie die Einrichtung von Rückzugsräumen in Schulgebäuden gefordert. Neurodiversität umfasst unter anderem Autismus, ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie und Hochbegabung – schätzungsweise 10 bis 20 Prozent der Weltbevölkerung sind betroffen.
Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) räumte ein, dass es an der Zeit sei, das Verständnis von "Normalität" im Bildungssystem zu überdenken. Zwar seien Rückzugsräume derzeit kein Standard in Schulbauplänen, doch versprach sie, das Thema im Rahmen der Diskussionen über Bauvorgaben mit den Schulbehörden zu erörtern.
Die anderen Fraktionen signalisierten Bereitschaft, im Bildungsausschuss Fachleute anzuhören. Allerdings fielen die Reaktionen auf die konkreten Forderungen der SPD unterschiedlich aus – einige äußerten Bedenken hinsichtlich der Umsetzbarkeit oder der Kosten. Die weiteren Schritte hängen nun von den Erkenntnissen und Empfehlungen des Ausschusses ab.
Der Antrag liegt nun beim Bildungsausschuss, wo Expertinnen und Experten seine Machbarkeit prüfen werden. Sollte er angenommen werden, könnten sich die Maßnahmen auf die Art und Weise auswirken, wie Schulen in Niedersachsen neurodivergente Kinder erkennen und unterstützen. Die Entscheidung wird zeigen, ob Rückzugsräume, Lehrkräftefortbildungen und frühe Screenings künftig zum Standard gehören.