Neues Schwimmabzeichen für Kinder mit Behinderungen setzt auf Inklusion
Emilia KönigInklusion im Schwimmbad: Vereine bieten "Seestern" - Neues Schwimmabzeichen für Kinder mit Behinderungen setzt auf Inklusion
Neues Schwimmabzeichen für Kinder mit Behinderungen in Teilen Deutschlands eingeführt
In einigen Regionen Deutschlands gibt es nun ein neues Schwimmabzeichen für Kinder mit Behinderungen: den "Kleinen Seestern". Damit werden auch kleine Fortschritte im Wasser belohnt. Die Initiative soll Schwimmkurse inklusiver und für alle jungen Lernenden zugänglicher machen.
Das "Kleiner-Seestern"-Abzeichen wurde von Schwimm- und Behindertensportverbänden in Nordrhein-Westfalen und Baden eingeführt. Anders als das traditionelle "Seepferdchen" würdigt es kleinere Meilensteine, etwa das Öffnen der Augen unter Wasser oder das Schwimmen von 12,5 Metern in flachem Wasser. Das Programm umfasst vier aufeinander aufbauende Stufen, die Schritt für Schritt das Selbstvertrauen stärken.
Jan Pommer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Schwimm-Verbands, betonte, dass inklusive Programme die Teilhabe erweitern. Idriss Gonschinska, Leiterin des Deutschen Behindertensportverbands, bezeichnete das Abzeichen als "Erfolgsgeschichte" und äußerte die Hoffnung, es werde bundesweit übernommen. Der Schritt folgt auf Besorgnis über die Schwimmfähigkeiten in Deutschland: Eine Forsa-Umfrage von 2022 ergab, dass jedes fünfte Kind nicht schwimmen kann.
Der "Kleine Seestern" setzt darauf, Kindern mit Behinderungen ein Erfolgserlebnis zu vermitteln. Gleichzeitig fördert er eine stärkere Einbindung in den Schwimmunterricht und schließt Lücken der klassischen Zertifizierung.
Das neue Abzeichen markiert einen Wandel hin zu einer inklusiveren Schwimmausbildung. Mit vier Anerkennungsebenen hilft es Kindern mit Behinderungen, Fähigkeiten und Selbstbewusstsein aufzubauen. Die Initiatoren hoffen, dass das Modell Schule macht und noch mehr jungen Schwimmern die Chance auf Lernen und Fortschritt eröffnet.