31 October 2025, 00:11

Neues Raubtierverhalten von braunen Ratten bedroht deutsche Fledermäuse

Zwei Ratten auf einem orange-weißen Tuch.

Neues Raubtierverhalten von braunen Ratten bedroht deutsche Fledermäuse

Eine in der Fachzeitschrift Global Ecology and Conservation im Jahr 2025 veröffentlichte Studie hat ein bisher unbekanntes räuberisches Verhalten von Wanderratten gegenüber Fledermäusen in Deutschland aufgedeckt. Die Forschungsergebnisse (DOI: 10.1016/j.gecco.2025.e03894) legen nahe, dass die Ratten zwei unterschiedliche Jagdstrategien anwenden, die sowohl für den Fledermausschutz als auch potenziell für die menschliche Gesundheit eine Bedrohung darstellen. In den Regionen Lüneburg und Bad Segeberg wurden Wanderratten dabei beobachtet, wie sie gezielt Fledermäuse attackieren. Zu den dokumentierten Taktiken gehören das Auflauern an Höhleneingängen sowie blitzschnelle Angriffe auf im Flug befindliche Fledermäuse. Allein in einer Höhle bei Bad Segeberg wurden mithilfe von Infrarotaufnahmen innerhalb von nur fünf Wochen über 30 solche Attacken festgehalten. Dieses räuberische Verhalten war bisher wissenschaftlich nicht beschrieben worden und wirft Fragen zum Schutz der Fledermausbestände sowie zur möglichen Übertragung von Krankheitserregern auf. Die Studie empfiehlt gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Rattenpopulation an wichtigen Fledermaus-Winterquartieren, um gefährdete Arten zu schützen und potenzielle Gesundheitsrisiken für den Menschen zu verringern. Da Ratten Fledermäuse fressen, könnten sie Krankheitserreger von den Tieren auf den Menschen übertragen und so eine mögliche Schnittstelle für die Ausbreitung von Infektionen schaffen. In der Region Segeberg könnten Wanderratten auf diese Weise jedes Jahr tausende Fledermäuse töten – eine erhebliche Gefahr für den Artenschutz. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer kontrollierten Rattenpopulation in der Nähe bekannter Fledermaus-Lebensräume, um die Bestände zu schützen und gesundheitliche Risiken zu minimieren. Zwar konzentriert sich die Studie auf Wanderratten, doch ist bekannt, dass auch andere kleine Säugetiere wie Mäuse, Spitzmäuse, Hauskatzen oder bestimmte Marderarten Fledermäuse erbeuten. Zu den allgemeinen Schutzmaßnahmen zählen der Erhalt und die Schaffung von Lebensräumen, die Reduzierung von Lichtverschmutzung sowie die Förderung ökologischer Landwirtschaft. Lokale Behörden und Naturschutzorganisationen in Lüneburg und Bad Segeberg setzen sich bereits mit verschiedenen Initiativen für den Schutz der Fledermauspopulationen ein.