27 January 2026, 04:11

Nel ASA kämpft um Überleben: Warum die grüne Wasserstoffbranche 2026 in der Krise steckt

Eine Karte der Vereinigten Staaten mit verschiedenen Farben, die die Standorte von erneuerbaren Energiequellen anzeigen, mit Text, der weitere Informationen über die in jedem Bundesstaat verfügbaren Ressourcen bereitstellt.

Nel ASA kämpft um Überleben: Warum die grüne Wasserstoffbranche 2026 in der Krise steckt

Die grüne Wasserstoffbranche kämpft mit anhaltenden Herausforderungen, da hohe Kosten und eine zögerliche Infrastrukturentwicklung das Wachstum bremsen. Trotz ehrgeiziger Langfristpläne bleibt die Marktaktivität schwach – Unternehmen wie Nel ASA stecken in finanziellen Schwierigkeiten. Gleichzeitig haben neun Nordsee-Anrainerstaaten ein bedeutendes Abkommen unterzeichnet, um die Offshore-Wasserstoffproduktion bis 2050 deutlich auszubauen.

Im dritten Quartal 2025 verzeichnete Nel ASA einen Rückgang der Auftragseinnahmen um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Aktie des Unternehmens folgte einem steilen Abwärtstrend: Von über 5,00 norwegischen Kronen (NOK) Mitte 2024 fiel sie bis Mitte Januar 2026 auf etwa 2,28 NOK. Analysten stufen die Aktie mittlerweile mit "Verkaufen" ein – begründet mit hohen Betriebskosten, schwächeren Umsätzen und Verzögerungen beim Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur.

Auch der gesamte Markt für grünen Wasserstoff stagniert 2026. Hohe Produktionskosten und eine schwache Nachfrage haben zu einer Aufwärtskorrektur der Preisprognosen für grünen Wasserstoff geführt. Zwar erreichten die globalen Investitionen in die Energiewende 2025 mit 2,3 Billionen US-Dollar einen Rekordwert, doch entfiel davon nur ein Bruchteil – 7,3 Milliarden US-Dollar – auf Projekte für sauberen Wasserstoff. Um die Entwicklung zu beschleunigen, unterzeichneten neun Nordsee-Anrainerstaaten, darunter Norwegen, die Hamburger Erklärung. Das Abkommen sieht vor, bis 2050 eine grenzüberschreitende Offshore-Windkapazität von 100 Gigawatt aufzubauen, speziell für die industrielle Produktion von grünem Wasserstoff. Zwar stärkt die Erklärung die langfristigen Perspektiven für Wasserstoff, doch die aktuellen Marktbedingungen bleiben für Technologieanbieter wie Nel ASA schwierig.

Die Hamburger Erklärung schafft zwar einen Rahmen für das künftige Wachstum des Wasserstoffsektors, doch die gegenwärtige Marktrealität ist von Zurückhaltung geprägt. Angesichts stockender Finanzströme und anhaltend hoher Kosten stehen Unternehmen der Branche weiterhin unter finanziellem Druck. Die sinkenden Umsätze und die schwache Aktienperformance von Nel ASA verdeutlichen die Kluft zwischen langfristigen Zielen und den kurzfristigen wirtschaftlichen Hürden.