14 March 2026, 02:06

Nationaler Krippentag: Wie eine uralte Tradition die Adventszeit prägt

Eine Museumsausstellung eines Krippenmodells mit Menschen, Häusern, Bäumen, Felsen, einem Kirchturm, Flaggen, Pfählen und Lichtern, alles beleuchtet von Museumsbeleuchtung.

Nationaler Krippentag: Wie eine uralte Tradition die Adventszeit prägt

Jedes Jahr am 7. Dezember begeht Deutschland den Nationalen Krippentag. Das Datum wurde bewusst gewählt, um in die Adventszeit zu fallen, ohne mit dem Nikolaustag zu kollidieren. Diese Tradition ehrt einen Brauch, der zwar vor Jahrhunderten entstand, aber erst im späten 19. Jahrhundert breiteren Kreisen zugänglich wurde.

Die frühesten Darstellungen der Weihnachtskrippe reichen bis in die Anfänge des Christentums zurück. Schlichte Abbildungen zeigten oft nur das Jesuskind, einen Ochsen und einen Esel. Eine bekannte Legende schreibt dem heiligen Franz von Assisi die Schaffung der ersten lebenden Krippe im Jahr 1223 zu.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts hielten Hauskrippen in Italien Einzug. In Deutschland verbreiteten sich kirchliche Krippendarstellungen zu Beginn des 17. Jahrhunderts, besonders während des Barock. Der Jesuitenorden spielte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung dieser Tradition, da er Krippen als Mittel der täglichen Andacht ansah. Dies führte zu einem Aufschwung privater Krippen in Wohnhäusern – vor allem in Bayern, wo herzogliche Prachtexemplare als Vorbild dienten.

Persönlichkeiten wie Dr. Philipp Franz Lindmayr im Bistum Freising ließen aufwendige barocke Krippenensembles anfertigen. Zu seinen Werken zählt die frühbarocke Krippe in Maria Dorfen sowie Erwerbungen in Tegernsee. Doch die Säkularisation von 1802 verbot kirchliche Krippendarstellungen und verlagerte den Brauch in private Haushalte.

Die Massenproduktion im späten 19. Jahrhundert machte Krippenfiguren auch für weniger begüterte Familien erschwinglich. Heute hängt der Erhalt dieser Tradition von privaten Sammlern und Vereinen ab, die sich dem Krippenbau widmen. Der Feiertag selbst geht auf Sven Giese zurück, den Gründer des "Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt".

Der Nationale Krippentag würdigt eine Tradition, die von frühchristlicher Kunst zu einem weitverbreiteten Hausbrauch wurde. Das Datum fügt sich harmonisch in die Adventszeit ein, ohne mit anderen Festen zu konkurrieren. Private Sammler und Vereine bewahren bis heute die Kunst handgefertigter Krippen lebendig.

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