AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Mysteriöse Soulsängerin Sienna Rose: KI-Erfindung oder echter Star?
Die Soulsängerin Sienna Rose hat auf Spotify fast zwei Millionen monatliche Hörer gewonnen – doch viele zweifeln inzwischen daran, ob sie überhaupt existiert. Recherchen deuten darauf hin, dass es sich um eine KI-Erfindung handeln könnte, unterstützt von einem russischen Label und einem Netzwerk digitaler Musikproduzenten. Die Kontroverse hat sogar Kritik von etablierten Künstlern und Branchengrößen ausgelöst.
Auf Sienna Roses Spotify-Profil präsentiert sich eine junge Frau mit Afro-Look und tiefbraunen Augen, die sich selbst als "Geschichtenerzählerin des Herzens" beschreibt. Doch Internet-Detektive haben seltsame Ungereimtheiten aufgedeckt: keine Live-Auftritte, eine kaum sichtbare Social-Media-Präsenz und eine Flut neu veröffentlichten Songs in ungewöhnlich schnellem Tempo.
Das Rechercheteam Trasherchiert des Bayerischen Rundfunks verfolgte ihre Spuren bis zu Nostalgic Records, einem russischen Internet-Label, und dem Produzenten Maksim Muravjov. Das Label spezialisiert sich auf KI-generierte Acts, und Muravjov steht in Verbindung mit Hafsteinn Runarsson, einem KI-Experten, der für die Erschaffung von Pop-Avataren bekannt ist und Kurse zum Kommerzialisieren künstlicher Musik anbietet.
Als Nachforschende nach Antworten drängten, verschwand die ursprüngliche rothaarige Version von Sienna Rose aus den sozialen Medien. Nur die Afro-tragende Variante bleibt auf Spotify aktiv. Unterdessen zeigte eine Studie des Streamingdienstes Deezer, dass 97 Prozent der Hörer KI-erzeugte Musik nicht von menschengemachten Titeln unterscheiden können – und dass 85 Prozent der Streams für künstliche Künstler von Bots stammen.
Die BBC schätzt, dass Sienna Rose ihren Machern über 2.000 Euro pro Woche einbringt, was mehr als eine Million Euro jährlich ergibt. Der bekannte YouTuber Rick Beato wirft Spotify vor, KI-generierte Musik aus Profitinteresse zu pushen – bei Millionenumsätzen. Plattformen wie Spotify verfügen derzeit über keine spezifischen Regeln für rein KI-erzeugte Inhalte, sodass Tools wie Boomy oder Soundful ohne Einschränkungen direkt hochladen können.
Sogar Selena Gomez teilte einmal einen Song von Sienna Rose auf Instagram, was virale Aufmerksamkeit auslöste – aber auch Spott und Zweifel an der Authentizität der Sängerin.
Der Fall Sienna Rose unterstreicht die wachsende Präsenz KI-generierter Künstler in der Musikbranche. Ohne klare Regularien auf Streaming-Plattformen erzielen solche Kreationen weiterhin beträchtliche Einnahmen. Die Debatte über Transparenz und Echtheit in der digitalen Musik bleibt ungeklärt.