Münchner Sicherheitskonferenz 2024: Europa rüstet sich gegen Russlands Drohkulisse
Emilia KönigIschinger verspricht 'Sicherheitskonferenz der Superlative' - Münchner Sicherheitskonferenz 2024: Europa rüstet sich gegen Russlands Drohkulisse
Münchner Sicherheitskonferenz 2024 bricht Teilnehmerrekord
Die Münchner Sicherheitskonferenz 2024 wird voraussichtlich alle Besucherrekorde brechen: Über 65 Staats- und Regierungschefs haben ihre Teilnahme bestätigt – im Vergleich zu 42 im Vorjahr. Hinzu kommen mehr als 98 Außen- und Verteidigungsminister sowie eine große US-Delegation unter der Führung von Außenminister Marco Rubio.
Europas SicherheitsPrioritäten verschieben sich
Die diesjährige Konferenz markiert einen Wandel in den europäischen Sicherheitsstrategien. Innerhalb der letzten zwölf Monate hat die EU Russland als primäre Bedrohung eingestuft – mit Verweis auf den Krieg in der Ukraine, Verletzungen des Luftraums und hybride Kriegsführung. Beamte warnen nun vor einer "Abschreckungslücke" und drängen auf schnellere Maßnahmen im Drohnenabwehrsystem sowie einen stärkeren Schutz der östlichen NATO-Flanke.
Konkrete Schritte umfassen neue Vorschläge im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit von 24 Mitgliedstaaten (ohne Ungarn, die Slowakei und Tschechien). Diese Pläne sehen vor, bei Bedarf auch Waffen aus Drittstaaten zu beschaffen und den Europäischen Friedensfonds zu reformieren. Konferenzleiter Wolfgang Ischinger forderte ein "Erwachen Europas" und klare Entscheidungen der politischen Führung.
Premiere für Kanzler Merz, Zelenskyj trotz Verhandlungen erwartet
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird erstmals an der Konferenz teilnehmen und die Sicherheitsagenda seiner Regierung vorstellen. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird erwartet – trotz laufender Verhandlungen in Abu Dhabi. Russische Vertreter wurden hingegen nicht eingeladen.
Die US-Delegation wird mit über 50 Senatoren und Abgeordneten des Repräsentantenhauses vertreten sein. Außenminister Marco Rubio löst damit den letzten Jahresgast, den damaligen Vizepräsidenten J.D. Vance, ab.
Fokus auf dringende Rüstungsmodernisierung und transatlantische Abstimmung
Im Mittelpunkt der Konferenz stehen dringende Aufrüstungsvorhaben und eine engere transatlantische Koordination. Angesichts der Rekordbeteiligung und der hochrangigen Gäste streben die Veranstalter verbindliche Beschlüsse an – und keine bloßen Debatten. Die getroffenen Entscheidungen könnten Europas Sicherheitsstrategie in den kommenden Monaten maßgeblich prägen.