20 March 2026, 06:06

München setzt auf Tradition: Wie Lahav Shani die Philharmoniker prägt

Detailreiche alte Karte von München, Deutschland, auf schwarzem Hintergrund, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten mit beschriftetem Text zeigt.

München setzt auf Tradition: Wie Lahav Shani die Philharmoniker prägt

München begrüßt seinen neuen Musikdirektor Lahav Shani mit einer Kampagne zwischen Tradition und Weltoffenheit

Die Münchner Philharmoniker präsentieren den israelischen Dirigenten in ihren Werbematerialien mit einem herzlichen Servus – einem typisch bayerischen Gruß. Diese Inszenierung unterstreicht die Strategie der Stadt, ausländische Einflüsse in die eigene Kulturidentität zu integrieren, ohne die heimischen Wurzeln aufzugeben.

Shanis Berufung im Jahr 2023 markierte einen Wandel für das Orchester, auch wenn er seine Tätigkeit als Chefdirigent erst im September 2026 offiziell aufnehmen wird. Statt seine Ankunft mit einer Kampagne zu verbinden, die Münchens Weltoffenheit betont – etwa durch die Kombination des hebräischen Schalom mit bayerischen Elementen –, entschied sich die Stadt, seine Rolle im Rahmen des Bayernkults zu verorten: Fremdes wird willkommen geheißen, aber auf eigene Art.

Das steht im Kontrast zu Berlins Vorgehen, als Simon Rattle zu den Berliner Philharmonikern stieß. Die Hauptstadt begrüßte ihn mit einer kosmopolitischen Welcome!-Kampagne, die globale Vernetzung in den Vordergrund stellte. Rattle dirigierte später zwar Münchens Symphonischen Hoagascht – eine Hommage an bayerische Bräuche –, doch das Event trug einen deutlich internationalen Charakter.

Münchens kulturelle Vermischung beschränkt sich nicht auf die Musik. Selbst Ministerpräsident Markus Söder lässt sich gelegentlich einen Söder-Döner schmecken – eine lokale Variante des klassischen Kebabs. Doch die kulturelle Strategie der Stadt bleibt fest in der eigenen Tradition verankert, statt auf reine Multikulturalität zu setzen.

Trotz Shanis künftiger Rolle erlitt das Orchester im September 2025 einen Rückschlag, als das Flanders Music Festival Gent einen geplanten Auftritt absagte. Offizielle Gründe wurden nicht genannt, und auch über neue internationale Kooperationen unter Shanis Leitung ist Anfang 2026 noch wenig bekannt.

Shanis künftige Führung wird zeigen, wie München den Spagat zwischen kultureller Identität und globalen Einflüssen meistert. Die werbliche Ausrichtung des Orchesters und der allgemeine Ansatz der Stadt deuten auf eine behutsame Einbindung neuer Impulse in bewährte Traditionen hin. Vorerst bleibt der Fokus auf den bayerischen Wurzeln – selbst wenn sich die internationalen Partnerschaften weiterentwickeln.

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