28 December 2025, 08:16

Mecklenburg-Vorpommerns Handwerk zwischen Fördermillionen und Fachkräftemangel

Ein Schiffbau mit Metallkonstruktionen, Laternen, Containern und Schiffen.

Handwerkssektor hofft auf Aufträge aus Bundes-Sondermitteln - Mecklenburg-Vorpommerns Handwerk zwischen Fördermillionen und Fachkräftemangel

Mecklenburg-Vorpommern steht im Handwerk vor gemischten Aussichten

Während das Wirtschaftswachstum im Jahr 2023 ins Stocken geriet, sollen neue Maßnahmen Betriebe und Auszubildende im Handwerk des Landes unterstützen. Aktuelle Förderzusagen und politische Weichenstellungen könnten den kämpfenden Handwerkern etwas Entlastung verschaffen.

Das Land hat ein Stipendium für Auszubildende in Handwerksbetrieben eingeführt, um mehr junge Fachkräfte zu gewinnen. Gleichzeitig wurde für Handwerksmeister der Weg zu Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser erleichtert – ein Schritt, der die Bautätigkeit ankurbeln soll.

Die Zahl der Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern ist leicht rückläufig. Viele Schließungen gehen auf Renteneintritte und fehlende Nachfolger zurück. Gleichzeitig haben sich die Auftragsrückstände in Bau- und Ausbaugewerken verringert, was auf eine nachlassende Nachfrage hindeutet.

Bund und EU wollen mit Fördergeldern gegensteuern. Über 1,9 Milliarden Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) und verwandten Programmen fließen bis 2033 in die Region. Die Mittel sollen Infrastruktur, Modernisierung und Ausbildung stärken – zentrale Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks zu sichern. Auch digitale Aufrüstung und Energieeffizienzprojekte sind Teil der Pläne.

Kritik gibt es weiterhin an der Bundespolitik, insbesondere zur Energie. Handwerker bemängeln die hohe Stromsteuer und ihren Ausschluss aus der aktiven Rentenversicherung. Dennoch zeigen sich in einigen Branchen erste Besserungen: So verzeichnet der Kfz-Handwerk etwa eine leichte Erholung.

Die geplante Investition der Bundeswehr in Höhe von 3 bis 5 Milliarden Euro in der Region könnte zusätzliche Chancen eröffnen. Zudem wurden Mittel für überbetriebliche Lehrlingsausbildung und Handwerksbildungszentren bereitgestellt, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern.

Die kommenden Jahre bringen erhebliche Investitionen in das Handwerk Mecklenburg-Vorpommerns. Mit 1,9 Milliarden Euro aus Bundes- und EU-Töpfen könnten Betriebe besseren Zugang zu moderner Ausstattung und Weiterbildung erhalten. Doch Herausforderungen wie Fachkräftemangel und politische Hürden bleiben bestehen. Das neue Auszubildenden-Stipendium und die vereinfachten Baugenehmigungen bieten kurzfristige Hilfe – ob die Maßnahmen das Wachstum nachhaltig beleben, wird sich noch zeigen müssen.