Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Ende einer jahrhundertealten Tradition?
Claudia SeidelEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – Ende einer jahrhundertealten Tradition?
Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld verlangen
Die Kölner Domverwaltung plant, noch in der zweiten Jahreshälfte erstmals ein Eintrittsgeld für Besucher zu erheben. Die genauen Kosten stehen jedoch noch nicht fest. Kritik an dem Vorhaben kommt bereits von Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin, die warnt, damit werde der offene und sakrale Charakter des Bauwerks gefährdet.
Der zum UNESCO-Welterbe zählende Dom zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an und gehört zu den bekanntesten katholischen Kirchen weltweit. Hier werden die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt. Seit Jahrhunderten ist der Eintritt frei – ein Zeichen für seine Bedeutung als Stätte des Glaubens und des kulturellen Erbes.
Schock-Werner argumentiert, ein Eintrittsgeld könnte die spirituelle und gesellschaftliche Strahlkraft des Doms schwächen. Sie spricht von "unserem Dom" und betont die tiefe Verbundenheit mit der Stadt und ihren Bürgern. Zwar räumt sie ein, dass zusätzliche Mittel für die Erhaltung nötig seien, doch fürchtet sie, eine Gebühr könnte Besucher abschrecken und den Charakter der Stätte verändern.
Die Debatte über Eintrittsgelder an historischen und religiösen Orten in Deutschland ist in den letzten Jahren kontroverser geworden. Pläne für Gebühren am Kölner Dom 2023 und an der Aachener Pfalzkapelle 2024 stießen auf starken Widerstand von Kirchenvertretern und Denkmalschützern. Gleichzeitig wächst besonders bei jüngeren Besuchern und Touristen die Akzeptanz, da sie in solchen Abgaben eine Möglichkeit sehen, dringende Sanierungen zu finanzieren.
Eine endgültige Entscheidung über das Eintrittsgeld steht noch aus. Sollte es eingeführt werden, wäre dies ein einschneidender Wandel für die über 800 Jahre alte Kathedrale. Nun müssen die Verantwortlichen abwägen zwischen finanziellen Notwendigkeiten und dem Erhalt der Zugänglichkeit sowie der spirituellen Bedeutung des Doms.