10 November 2025, 04:06

Klimawandel: Wie Ozeanalkalinität CO₂ aus der Atmosphäre filtern könnte – ohne Schaden für Plankton

Unterwasser-Szene mit verschiedenen Pflanzen und Meereslebewesen.

Klimawandel: Wie Ozeanalkalinität CO₂ aus der Atmosphäre filtern könnte – ohne Schaden für Plankton

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in Science Advances, untersucht das Potenzial der Erhöhung der Ozeanalkalinität als Lösung im Kampf gegen den Klimawandel. Unter der Leitung von Professor Ulf Riebesell vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel deutet die Forschung darauf hin, dass diese Methode unter bestimmten Bedingungen CO₂ sicher aus der Atmosphäre entfernen könnte – und das mit nur minimalen Auswirkungen auf das marine Leben.

Die Studie, finanziert durch das Horizon-2020-Programm der Europäischen Union im Rahmen des OceanNETs-Projekts, nutzte KOSMOS-Mesokosmen, um acht Kubikmeter Meerwasser zu isolieren und zu testen. Dabei zeigte sich, dass Zooplankton – ein zentraler Bestandteil des marinen Nahrungsnetzes – moderate chemische Veränderungen, die durch eine CO₂-ausgeglichene Erhöhung der Ozeanalkalinität entstehen, tolerieren kann.

Das 33 Tage dauernde Experiment untersuchte die Auswirkungen unterschiedlicher Konzentrationen von Natriumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat auf das Zooplankton. Obwohl die Nährstoffqualität der Schwebstoffe, von denen sich das Zooplankton ernährt, abnahm, blieb das Nahrungsnetz stabil. Dies deutet darauf hin, dass die Erhöhung der Ozeanalkalinität ein vielversprechender erster Schritt sein könnte, um einen verantwortungsvollen Rahmen für ihren Einsatz zu definieren.

Zwar sind weitere Forschungen notwendig, um die umfassenderen Auswirkungen auf marine Ökosysteme zu klären, doch liefert diese Studie ermutigende Ergebnisse. Sie zeigt, dass die Erhöhung der Ozeanalkalinität eine bedeutende Rolle dabei spielen könnte, CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen und so den Klimawandel zu bekämpfen – und das bei minimalen Auswirkungen auf das Zooplankton unter bestimmten Bedingungen.