Jungheinrich kämpft mit Krise: Börsenwert bricht ein und Führung wackelt
Emilia KönigJungheinrich kämpft mit Krise: Börsenwert bricht ein und Führung wackelt
Jungheinrich steht vor finanziellen und Führungskrisen
Der deutsche Industrieausrüster Jungheinrich kämpft mit finanziellen Problemen und Führungswechseln. Der Börsenwert des Unternehmens ist seit Ende 2025 um fast 30 Prozent eingebrochen und liegt nun bei etwa 2,6 Milliarden Euro. Aktuelle Gewinnmeldungen und personelle Veränderungen in der Führungsetage haben den Druck auf das Unternehmen weiter erhöht.
Im ersten Quartal dieses Jahres brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2026 um die Hälfte ein. Ein längerer Streik am Produktionsstandort Lüneburg sowie der harte Wettbewerb in der Branche trugen maßgeblich zu diesem deutlichen Rückgang bei. Die Rückschläge haben das Vertrauen der Anleger stark erschüttert und den Unternehmenswert deutlich gedrückt.
Auch in der Führungsebene gibt es Turbulenzen: Heike Wulff, die Finanzvorständin, verlässt das Unternehmen früher als geplant – nach einer einvernehmlichen Lösung mit dem Aufsichtsrat. Ihr ursprünglich bis Mai 2027 laufender Vertrag wird nicht verlängert. Wulff war Anfang 2026 in den Vorstand eingetreten.
Lars Brzoska, der aktuelle Vorstandsvorsitzende, übernimmt vorläufig die Finanzverantwortung, während das Unternehmen nach einer Nachfolge sucht. Mit diesem Schritt soll die Führung in der aktuellen Krisenphase stabilisiert werden.
Jungheinrich bleibt mehrheitlich in Familienhand. Die Nachkommen des Gründers halten 54 Millionen stimmberechtigte, nicht börsennotierte Stammaktien – das entspricht 53 Prozent des Gesamtkapitals. Die verbleibenden 45 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien werden öffentlich im MDAX gehandelt.
Nun steht das Unternehmen vor der doppelten Herausforderung, die finanzielle Performance zu verbessern und gleichzeitig den Führungswechsel zu meistern. Mit Brzoska als interimistischem Finanzverantwortlichen muss Jungheinrich operative Probleme lösen und das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Ob es dem familiengeführten Unternehmen gelingt, in einem hart umkämpften Markt wieder Fuß zu fassen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.






