Hessens Wälder leiden noch immer unter Dürre – doch die Forstwirtschaft reagiert mit radikalen Maßnahmen
Claudia SeidelMehr Holz geerntet im Jahr 2025 in deutschen Staatswäldern - Hessens Wälder leiden noch immer unter Dürre – doch die Forstwirtschaft reagiert mit radikalen Maßnahmen
Hessens Landeswälder zeigen die verzögerten Folgen vergangener Hitzewellen und Dürreperioden – besonders bei Buchen. Aktuelle Daten belegen einen deutlichen Anstieg der Holzeinschläge, während sich die Forstwirtschaft mit weitreichenden Änderungen in der Bewirtschaftung anpasst.
Um klimaresistente Strategien zu entwickeln, hatte HessenForst 2020 ein vorübergehendes Fällverbot für bestimmte Buchenbestände verhängt. Nach dessen Aufhebung 2024 stieg die Holzentnahme stark an. Vor 2020 wurden jährlich etwa 200 bis 300 Hektar Buchenwald geschlagen – bis 2024/2025 verdoppelte sich diese Fläche auf über 600 Hektar, da Förster weiterhin geschädigte Bestände rodeten.
Der Gesamteinschlag in Hessens Landesforsten erhöhte sich 2025 um etwa fünf Prozent auf rund 1,49 Millionen Kubikmeter. Allein der Laubholzeinschlag stieg um etwa ein Viertel, während der Nadelholzeinschlag um etwa sechs Prozent zurückging. Winterwetter mit starkem Regen und Frost behinderte in einigen Gebieten zudem die Arbeiten.
Für widerstandsfähigere Wälder setzt HessenForst nun auf die Schaffung von Mischwäldern. Geschädigte Bäume werden entfernt, ausgewählte Buchenbestände ausgelichtet, um mehr Licht für trockenheitstolerante Arten wie Eiche und Ahorn zu schaffen. Zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 stieg der Einschlag erneut um sechs Prozent auf 725.000 Kubikmeter.
Die langfristigen Dürrefolgen prägen die Forstwirtschaft in Hessen nachhaltig. Mit höheren Einschlagsquoten und dem Umstieg auf Mischwälder streben die Behörden stabilere Ökosysteme an. Die Maßnahmen spiegeln sowohl die anhaltenden Schäden als auch die Anpassung an den Klimawandel wider.






