Herrenknecht-Chef warnt: Deutschland steuert auf die Wand zu
Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn sich 2023 nicht grundlegende Änderungen ergäben, so der Unternehmer. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen überbordende Bürokratie und veränderte Arbeitserwartungen junger Fachkräfte.
Das in Schwanau ansässige Unternehmen Herrenknecht ist weltweit führend im Bau von Tunnelbohrmaschinen. Mit rund 5.500 Mitarbeitern hat das Unternehmen an Schlüsselfprojekten wie dem Gotthard-Basistunnel, dem Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21 mitgewirkt. Trotz dieses Erfolgs erklärt der CEO heute, er könnte sein eigenes Unternehmen angesichts der erstickenden deutschen Regulierungsflut nicht mehr gründen.
Deutschland befinde sich in einem „Dornröschen-Schlaf“, so Herrenknecht, und verwies dabei auf Verzögerungen bei wichtigen Infrastrukturvorhaben. Während ein Logistikzentrum in Baden-Württemberg seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase feststecke, habe ein vergleichbares Projekt in Chennai, Indien, bereits nach drei Monaten die Genehmigung erhalten.
Kritik übte Herrenknecht auch an den Forderungen junger Hochschulabsolventen. Anforderungen wie Sabbaticals, flexible Homeoffice-Regelungen oder vielfältige Elternzeitoptionen bezeichnete er als realitätsfremd. Seine Äußerungen spiegeln eine wachsende Verärgerung über bürokratische Ineffizienz und sich wandelnde Erwartungen an die Arbeitswelt wider.
Die Aussagen des CEOs unterstreichen tiefe Sorgen über die wirtschaftliche und administrative Entwicklung Deutschlands. Verzögerungen bei entscheidenden Projekten und steigende Ansprüche neuer Mitarbeiter belasten die Unternehmen zusätzlich. Herrenknechts Warnungen deuten darauf hin, dass dringend Reformen nötig sind, um langfristige Folgen abzuwenden.






