Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Schritt
Claudia SeidelHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Schritt
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zu ihrer neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Wandel für die traditionsreiche Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau in den Verlagsvorstand einziehen. Die Berufung spiegelt die anhaltende Abkehr der FAZ von ihren konservativen Wurzeln hin zu einer eher linksliberalen Ausrichtung wider.
Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihr Schwerpunkt lag auf der Rechtspolitik und der Berichterstattung über die Grünen – Themen, die zur schrittweisen Neuausrichtung des Blattes passen, die Kritiker spöttisch als „VerTAZung“ (eine Anspielung auf die grüne Wende) bezeichnen. Dieser Prozess begann nach dem Tod des langjährigen Mitverlegers Frank Schirrmacher im Jahr 2014.
Ihr Einfluss beschränkt sich nicht auf die tagesaktuelle Berichterstattung. 2023 erhielt sie den renommierten Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay „Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde". Mit ihrer präzisen Analyse, ihrem souveränen Auftreten und ihrer wirtschaftsliberalen Haltung in politischen Talkshows hat sich Bubrowski zu einer der prägendsten Stimmen im deutschen Medienbetrieb entwickelt.
Mit ihrer Ernennung gelten nun drei der vier FAZ-Mitverleger – Bubrowski, Carsten Knop und Jürgen Kaube – als Reformer, die gemeinsam die redaktionelle Linie bestimmen und die Zeitung weiter von ihren konservativ-bürgerlichen Ursprüngen wegführen.
Bubrowskis Aufstieg festigt den Wandel der FAZ zu einem progressiveren Medium. Als erste Frau in dieser Position wird sie die künftige Ausrichtung der Zeitung mitgestalten – Seite an Seite mit ihren Mitstreitern für Erneuerung. Der Schritt unterstreicht den anhaltenden Identitätswandel der FAZ in der deutschen Medienlandschaft.






