Hansa PowerBridge: Wie ein Stromkabel die Energiewende in Europa revolutionieren soll
Emilia KönigMV plant wieder aufleben lassen Pläne für Stromleitung nach Schweden - Hansa PowerBridge: Wie ein Stromkabel die Energiewende in Europa revolutionieren soll
Eines einst auf Eis gelegten Energieprojekts zwischen Schweden und Deutschland wird neue Leben eingehaucht. Der norddeutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern drängt auf Gespräche über die Hansa PowerBridge, eine geplante Stromtrasse durch die Ostsee. Die Landtagsabgeordneten in Schwerin haben die Bundesregierung und die EU aufgefordert, den Plan neu zu bewerten – ein Vorhaben, das die erneuerbaren Energien in beiden Ländern besser ausbalancieren könnte.
Die Hansa PowerBridge soll Südschweden mit der Region um Güstrow in Norddeutschland verbinden. Ihr Ziel ist es, überschüssigen Windstrom aus Deutschland in Spitzenzeiten nach Schweden zu leiten. Im Gegenzug würde Schweden Deutschland bei hohem Bedarf mit Elektrizität versorgen. Dieser Austausch nutzt die flexible Wasserkraft Skandinaviens, die Schwankungen bei Wind- und Solarenergie ausgleichen kann.
Schweden hatte das Projekt 2024 zunächst aus Gründen der nationalen Sicherheit und wegen Bedenken bei ausländischen Beteiligungen – insbesondere polnischer Investoren – abgelehnt. Doch eine Neuausrichtung der Regierungspolitik führte Anfang 2025 zu einer Kehrtwende. Die neue Koalition, die Energieversorgungssicherheit und EU-Zusammenarbeit priorisiert, gab im März 2025 grünes Licht für das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Kabel (HGÜ). Der Baubeginn ist nun für Ende 2025 vorgesehen; die Leitung soll Schwedens Offshore-Windpark Kriegers Flak mit der deutschen Ostseeküste verbinden.
Trotz der früheren Ablehnung bleiben einige Sorgen bestehen, darunter mögliche kurzfristige Großhandelspreiserhöhungen in Schweden von bis zu 15 Prozent. Angesichts der Wiederbelebung des Projekts fordern Verantwortliche jedoch eine neue Abwägung dieser Risiken gegen die Vorteile des grenzüberschreitenden Energieaustauschs.
Die Hansa PowerBridge könnte bald die energetische Zusammenarbeit zwischen Schweden und Deutschland festigen. Noch 2025 sollen die Bauarbeiten für das Seekabel beginnen, das einen Stromfluss in beide Richtungen ermöglicht. Das Projekt spiegelt einen Wandel in der schwedischen Energiepolitik wider – und den wachsenden Fokus auf eine EU-weite Kooperation bei erneuerbaren Energien.






