Grüne fordern Rückkehr des 9-Euro-Tickets – trotz geplanter Preiserhöhung
Noah WernerGrünen-Parteitag in Hannover: Das 9-Euro-Ticket soll zurückkehren - Grüne fordern Rückkehr des 9-Euro-Tickets – trotz geplanter Preiserhöhung
Die Grünen haben für die Wiedereinführung des 9-Euro-Monatstickets im ÖPNV gestimmt. Die Delegierten auf dem Parteitag in Hannover unterstützten den Antrag, der von der Jugendorganisation der Partei, der Grünen Jugend, eingebracht worden war. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Preiserhöhung des Deutschlandtickets für nächstes Jahr ansteht.
Das ursprüngliche 9-Euro-Ticket war im Sommer 2022 als temporäre Maßnahme eingeführt worden. Es wurde vollständig vom Bund mit Kosten von 2,5 Milliarden Euro finanziert und galt für drei Monate. Im Mai 2023 löste das Deutschlandticket für 49 Euro pro Monat das Angebot ab, doch die Finanzierungsstreitigkeiten zwischen Bund und Ländern hielten an.
Der Preis für das Ticket stieg inzwischen auf 58 Euro und soll Anfang 2026 weiter auf 63 Euro erhöht werden. Der Parteivorstand der Grünen hatte sich zuvor für eine Obergrenze von 49 Euro ausgesprochen, unterstützt vom Abgeordneten Anton Hofreiter. Mit dem jüngsten Beschluss fordert die Partei nun jedoch eine Rückkehr zum ursprünglichen Preis von 9 Euro.
Kritik kam prompt von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. Er bezeichnete den Vorschlag der Grünen als unverantwortlich und als "schlechte Regierungsführung". Als Oppositionspartei haben die Grünen zwar keinen direkten Einfluss auf die Bundespolitik im Verkehrsbereich, doch über ihre Beteiligung an sieben Landesregierungen verfügen sie weiterhin über Gestaltungsmacht.
Die Entscheidung unterstreicht das anhaltende Engagement der Grünen für bezahlbaren Nahverkehr als Teil ihrer Klimaschutzbemühungen. Ihre Position steht damit im Kontrast zu den aktuellen Preisplanungen der Bundesregierung. Das weitere Vorgehen hängt von den Verhandlungen zwischen Bund und Ländern in den kommenden Monaten ab.