Großrazzia enthüllt Ausbeutung und Schwarzarbeit bei Paketdiensten in Deutschland
Emilia KönigGroßrazzia enthüllt Ausbeutung und Schwarzarbeit bei Paketdiensten in Deutschland
Großrazzia deckt flächendeckende Missstände in Deutschlands Paketdienst-Branche auf
Eine groß angelegte Aktion gegen Arbeitsrechtsverstöße im deutschen Paketzustellsektor hat weitverbreitete illegale Praktiken ans Licht gebracht. Über 2.900 Zollbeamte führten bundesweit Kontrollen durch und entdeckten dabei Schwarzarbeit und Ausbeutung. Die Branche leidet seit Langem unter strukturellen Problemen, die sich durch den Boom des Online-Handels und die damit verbundene Nachfrage nach Lieferdiensten noch verschärft haben.
Die Inspektionen förderten schwerwiegende Verstöße zutage: Ein 39-jähriger Türke arbeitete in Köln ohne gültige Genehmigung für einen Subunternehmer. Ein weiterer Fahrer aus der Ukraine konnte auf Nachfrage nicht einmal den Namen seines Arbeitgebers nennen. Viele Beschäftigte kannten ihre eigenen Arbeitsbedingungen nicht.
Fahrer mussten häufig unbezahlte Überstunden leisten und verdienten weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro. Einige wurden gezwungen, Fahrzeuge zu überteuerten Konditionen von ihren Arbeitgebern anzumieten. Solche Praktiken bestehen seit Jahren – Zollbehörden dokumentieren immer wieder ähnliche Missstände.
Der rasante Anstieg der Paketzustellungen, angetrieben durch den Online-Handel, hat den Fachkräftemangel verschärft. Unternehmen greifen zunehmend auf Subunternehmer zurück, was Ausbeutung Vorschub leistet. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat nun strengere Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung in der Branche angekündigt.
Die Ergebnisse zeigen systemische Probleme im Zustellsektor auf. Zollbeamte bestätigten anhaltende Verstöße, darunter Lohnbetrug und Schwarzarbeit. Die Behörden bereiten verschärfte Kontrollen vor, um die bei den jüngsten Razzien aufgedeckten Missstände zu bekämpfen.






