Gericht zwingt YouTube zu klareren Werbekennzeichnungen bei gesponserten Videos
Greta WagnerGericht: YouTube-Werbeanzeigen müssen klar als solche gekennzeichnet sein - Gericht zwingt YouTube zu klareren Werbekennzeichnungen bei gesponserten Videos
Ein deutsches Gericht hat YouTube verpflichtet, die Kennzeichnung von gesponserten Videos zu verbessern. Das Urteil folgt einer Beschwerde über einen Werbeclip für eine Brokerage-App, dem klare Werbehinweise fehlten. Die Entscheidung unterstreicht die strengere Durchsetzung von Transparenzregeln nach EU-Recht.
Der Fall nahm seinen Anfang, als die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg ein Video anfocht, das eine Finanz-App bewarb. Das Landgericht Bamberg urteilte, dass ein zehnsekündiger Hinweis im Clip nicht ausreiche, um den Werbecharakter deutlich zu machen. Laut Gericht sei die kommerzielle Natur des Videos "nicht ausreichend transparent und in Echtzeit klar erkennbar" gewesen.
Zudem stellte das Gericht fest, dass das Video den Sponsor nicht ordnungsgemäß nannte und damit gegen den Digital Services Act (DSA) der EU verstieß. YouTube hat bereits Maßnahmen ergriffen, um ähnliche Bedenken auszuräumen, und stellt Content-Schöpfern Werkzeuge für klarere Offenlegungen zur Verfügung – darunter Bildschirmhinweise, Videobeschreibungen und frühzeitige Stream-Ankündigungen.
Im November 2023 kündigte die Plattform zusätzliche Regeln an, die von Creators die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte verlangen. Das aktuelle Urteil untermauert die Notwendigkeit einer strengeren Einhaltung der Werbetransparenz in ganz Europa.
Das Bamberger Urteil bedeutet, dass YouTube nun sicherstellen muss, dass gesponserte Videos deutlichere und besser sichtbare Kennzeichnungen tragen. Für Content-Schöpfer dürften sich die Richtlinien verschärfen, um Zuschauer nicht in die Irre zu führen. Die Entscheidung reiht sich in die umfassenderen Bemühungen der EU ein, höhere Standards für digitale Werbung durchzusetzen.