Gasvorrat nur zu drei Vierteln gefüllt - Netzagenturchef unbeeindruckt - Gasverbrauch in Deutschland steigt 2023 um fünf Prozent an
In Deutschland ist der Gasverbrauch in den ersten zehn Monaten des Jahres 2023 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um etwa fünf Prozent gestiegen. Der Anstieg geht auf einen höheren Energiebedarf von Haushalten, kleinen Unternehmen und der Industrie zurück. Behörden führen die Entwicklung vor allem auf eine nachlassende Sparsamkeit bei den Verbrauchern zurück.
Haushalte und Kleinbetriebe machen etwa 37 Prozent des gesamten Gasverbrauchs aus, während die Industrie die verbleibenden 63 Prozent beansprucht. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, begründete die gestiegene Nachfrage mit rückläufigen Bemühungen, Gas einzusparen. Seiner Meinung nach seien die Menschen weniger achtsam geworden, da es keine "unangenehmen Appelle" mehr gebe, den Verbrauch zu drosseln.
Der fünfprozentige Anstieg beim Gasverbrauch spiegelt eine abnehmende Sparbereitschaft im ganzen Land wider. Zwar sind die aktuellen Versorgungslagen stabil, doch warnen Experten vor möglichen Risiken. Plötzliche Veränderungen in der geopolitischen Lage, bei der Infrastruktur oder durch Wetterextreme könnten die Energie-Resilienz Deutschlands weiterhin auf die Probe stellen.