Finanzkrise im Gesundheitswesen: Jedes dritte Krankenhaus droht die Pleite
Noah WernerKrankenhausverband warnt: Ein Drittel der Kliniken steht vor der Insolvenz - Finanzkrise im Gesundheitswesen: Jedes dritte Krankenhaus droht die Pleite
Deutsche Krankenhäuser stecken in einer sich verschärfenden Finanzkrise – über ein Drittel droht die Insolvenz. Nun fordern Branchenvertreter Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf, die Notfallhilfen zu verlängern, bevor die aktuellen Unterstützungsmaßnahmen im November auslaufen. Der Appell kommt zu einer Zeit, in der die im März beschlossene Krankenhausreform weiterhin kontrovers diskutiert wird – insbesondere wegen ihrer Auswirkungen auf finanziell angeschlagene Einrichtungen.
Der Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände zufolge muss die Bundesregierung das 4-Milliarden-Euro-Hilfspaket dringend verlängern. Ohne diese Mittel, so die Warnung, könnten viele Krankenhäuser – vor allem kommunale, kirchliche und gemeinnützige Häuser – zusammenbrechen. Seit 2023 haben die Kommunen bereits rund 25 Milliarden Euro in die Defizitdeckungen gepumpt, doch 80 Prozent der Kliniken schreiben weiterhin rote Zahlen.
Der DKG-Vorsitzende schlägt vor, die tägliche Patientenzuzahlung von 10 auf 15 Euro anzuheben, um die Finanzlage zu entlasten. Gleichzeitig fordert der Präsident der kommunalen Spitzenverbände Nachbesserungen an der Reform selbst: Statt fallabhängiger Vergütungen solle es feste Bereitschaftszahlungen geben, um die Planungssicherheit zu erhöhen.
Am 27. März stimmt der Bundesrat über die Reform ab. Die gesetzlichen Krankenkassen jedoch halten an den beschlossenen Änderungen fest, die eine stärkere medizinische Spezialisierung vorsehen – auf Kosten kleinerer Standorte. Kritiker befürchten, dass dies die Krise für ohnehin schwache Häuser weiter verschärft.
Aktuelle Zahlen zeigen: 16 Prozent der Krankenhäuser sind akut insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gelten als instabil. Wie sich die Reform langfristig auswirkt, bleibt ungewiss – die finanziellen Belastungen halten derweil an.
Der dringende Hilfsappell unterstreicht die Brisanz der Lage: Ohne sofortiges Handeln drohen Schließungen. Die anstehende Bundesratsabstimmung am 27. März wird entscheiden, ob die Reform wie geplant umgesetzt wird – oder nachgebessert werden muss. Bis dahin schwebt das Überleben vieler Kliniken in Unsicherheit.






