Europas KI-Boom: 14 Milliarden Euro bis 2025 – doch die USA ziehen mit 146 Milliarden Dollar davon
Emilia KönigBoom bei künstlicher Intelligenz und Verteidigung: Start-ups erhalten mehr Geld - Europas KI-Boom: 14 Milliarden Euro bis 2025 – doch die USA ziehen mit 146 Milliarden Dollar davon
Europas Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) wachsen stetig – die Ausgaben werden voraussichtlich bis 2025 auf rund 14 Milliarden Euro steigen. Dieser Schub kommt zu einer Zeit, in der Deep Tech und KI mehr als ein Drittel aller Risikokapitalinvestitionen auf dem Kontinent auf sich ziehen. Dennoch hinkt Europa den USA deutlich hinterher, wo die KI-Investitionen auf 146 Milliarden US-Dollar klettern sollen – das Zehnfache des europäischen Volumens.
Für 2025 zeigt sich in Europas Risikokapitalbranche ein Expansionskurs: Die Gesamtinvestitionen werden voraussichtlich um 7 Prozent auf 44 Milliarden US-Dollar steigen. Ein beträchtlicher Anteil – 36 Prozent – fließt in Deep Tech und KI, was die wachsende Bedeutung dieser Bereiche unterstreicht.
Deutschland bleibt ein zentraler Akteur und belegt im europäischen Vergleich Platz zwei bei der Startup-Finanzierung, knapp hinter dem Vereinigten Königreich. Drei deutsche Risikokapitalfonds haben es in diesem Jahr unter die zehn größten in Europa geschafft. Deutsche Startups dürften 2025 insgesamt rund 7,4 Milliarden US-Dollar (6,4 Milliarden Euro) einsammeln – ein Plus von 10 Prozent gegenüber 2024.
Besonders stark gewachsen ist die Finanzierung von KI für Verteidigungszwecke. Das Münchner Unternehmen Helsing, das KI-Lösungen für militärische Anwendungen entwickelt, sicherte sich im Juni 2025 etwa 660 Millionen US-Dollar. Insgesamt stiegen die Investitionen in Verteidigungstechnologie um 55 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieses Wachstums bleibt die Zusammenarbeit zwischen Großkonzernen und Startups begrenzt: Nur 20 Prozent der großen europäischen Unternehmen kooperieren mit jungen Technologiefirmen – in den USA sind es 50 Prozent. Gleichzeitig gewinnen Unternehmen wie DeepL, Aleph Alpha und Lovable an Sichtbarkeit, während sich Europas KI-Sektor weiter ausdehnt.
Die KI- und Deep-Tech-Branche in Europa gewinnt an Fahrt, mit steigenden Investitionen in Verteidigung, Startups und Risikokapital. Doch die Kluft zu den USA bleibt groß – sowohl bei der Höhe der Investitionen als auch bei der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. Der Kontinent setzt weiterhin auf Innovation, doch Herausforderungen bei Skalierung und Vernetzung bestehen fort.