Europas Graphit-Revolution: Jena leitet nachhaltiges Batterieprojekt für mehr Unabhängigkeit

Greta Wagner
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Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung in Zypern von 2010 bis 2022 zeigt, mit blauen und grünen Linien, die verschiedene Datensätze darstellen.Greta Wagner

Europas Graphit-Revolution: Jena leitet nachhaltiges Batterieprojekt für mehr Unabhängigkeit

Ein neues europäisches Projekt soll die Graphitproduktion für Lithium-Ionen-Batterien revolutionieren. Die Initiative mit dem Namen USE-G konzentriert sich auf sauberere, energieeffizientere Verfahren und verringert gleichzeitig die Abhängigkeit von nicht-europäischen Lieferketten. Mit einem Budget von 1,7 Millionen Euro wird das auf drei Jahre angelegte Vorhaben von der Friedrich-Schiller-Universität Jena geleitet und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Am USE-G-Projekt sind mehrere Forschungsinstitute und Unternehmen beteiligt. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickelt ein neues Reinigungsverfahren unter Einsatz von Chlorgas, das eine umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichen Methoden bieten könnte. Gleichzeitig verfeinert das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS in Dresden fortschrittliche Graphitreinigungsprozesse.

Die Rain Carbon Germany GmbH trägt durch die Herstellung nachhaltigerer Kohlenstoffbeschichtungen bei, um die Leistung von Graphitanoden zu steigern. Der kanadische Partner Northern Graphite liefert natürliches Graphit und übernimmt das Mahlen, Formen sowie Batterietests. Zudem erforscht das Projekt die Kombination von natürlichem und recyceltem Graphit zu einem einzigen Anodenmaterial – mit dem Ziel, ein vollständig in Europa hergestelltes Produkt zu schaffen.

Ein weiteres zentrales Ziel ist die Rückgewinnung von Graphit aus der sogenannten "Black Mass", dem Abfall, der bei der Batterierecycling entsteht. Durch die Wiedereingliederung dieses Materials in die Lieferkette soll der Energieverbrauch gesenkt und der Einsatz gefährlicher Chemikalien vermieden werden. Sämtliche Forschungs- und Entwicklungsarbeiten finden an deutschen Standorten statt, unterstützt durch die Technische Universität Bergakademie Freiberg bei der Materialanalyse und das französische Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) für elektrochemische Innovationen.

Die Zusammenarbeit baut auf früheren Projekten auf, die seit 2023 im Rahmen des EU-Programms Horizont Europa gefördert wurden. Zu den Partnern gehört auch die H.C. Starck Tungsten GmbH, die sich mit Materialverarbeitung und Recyclingtechnologien befasst.

Das USE-G-Projekt strebt an, einen europäisch kontrollierten Graphitproduktionsprozess zu etablieren, der die Umweltbelastung und den Energiebedarf reduziert. Bei Erfolg könnten die neuen Methoden die Unabhängigkeit Europas in den Lieferketten für Batteriematerialien stärken. Die Ergebnisse werden von Branchen, die auf nachhaltige Lithium-Ionen-Batterietechnologie angewiesen sind, mit großer Spannung erwartet.

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