EU-Gericht stärkt Passagierrechte: Airlines müssen bei selbstverschuldeten Verspätungen zahlen
Flugverspätung aufgrund langer Eincheckzeit: EU-Gericht entscheidet zugunsten der Passagiere - EU-Gericht stärkt Passagierrechte: Airlines müssen bei selbstverschuldeten Verspätungen zahlen
Ein aktuelles Urteil des Gerichts der Europäischen Union klärt, wann Fluggesellschaften Passagieren bei Verspätungen Entschädigungen zahlen müssen. Im Mittelpunkt der Entscheidung steht ein Fall, in dem die European Air Charter sich dafür entschied, auf Umsteigepassagiere zu warten, wodurch es zu einer erheblichen Verzögerung kam. Zwei betroffene Fluggäste fordern nun jeweils 400 Euro Entschädigung.
Das Gericht urteilte, dass Airlines sich nicht auf "außergewöhnliche Umstände" berufen können, wenn ihre eigene Entscheidung, zu warten, die Verspätung verursacht – selbst wenn die ursprünglichen Probleme, wie überlastete Sicherheitskontrollen, außerhalb ihrer Kontrolle lagen.
Der Fall nahm seinen Anfang am Flughafen Köln/Bonn, wo European Air Charter einen Flug von Düsseldorf nach Varna um mehr als drei Stunden verzögerte. Die Airline hatte beschlossen, auf Passagiere zu warten, die von früheren Flügen ankamen, obwohl die anfänglichen Verspätungen auf überlastete Sicherheitskontrollen am Düsseldorfer Flughafen zurückgingen.
Das EU-Gericht stellte fest, dass die Entscheidung der Airline, zu warten, der entscheidende Faktor für die Verspätung war. Da diese Entscheidung eigenständig getroffen wurde, kann sich das Unternehmen nicht auf "außergewöhnliche Umstände" als Rechtfertigung berufen. Das Gericht betonte, dass eine Entschädigung fällig ist, wenn die eigenen Handlungen der Airline direkt zu der Verzögerung führen.
Das Landgericht Düsseldorf wird nun prüfen, ob die Entscheidung von European Air Charter tatsächlich eigenständig getroffen wurde. Zudem wird es über die Forderungen der Passagiere auf jeweils 400 Euro Entschädigung entscheiden. Eine separate Entscheidung des EU-Gerichtshofs, die für den 5. März 2026 erwartet wird, könnte weiter klären, wie sich überlastete Sicherheitskontrollen seit 2022 auf Verspätungsfälle in ganz Europa auswirken.
Das Urteil setzt einen klaren Maßstab dafür, wann Fluggesellschaften für Verspätungen aufkommen müssen, die durch ihre eigenen Entscheidungen verursacht wurden. Passagiere in ähnlichen Situationen könnten nun bessere Aussichten auf Entschädigungen haben. Die endgültige Entscheidung in diesem Fall liegt jedoch beim Düsseldorfer Gericht.
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