"Es reicht!" – Hamburg protestiert gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe
Noah WernerDemonstration in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt - "Es reicht!" – Hamburg protestiert gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe
"Es reicht!" – Demonstration in Hamburg für besseren Schutz vor sexualisierter Gewalt
Am kommenden Donnerstag, den 26. März, findet um 17:30 Uhr in Hamburg eine Kundgebung unter dem Motto "Es reicht!" statt. Organisiert wird die Demonstration von der SPD-Politikerin Annika Urbanski und unterstützt von der Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Die Protestierenden fordern strengere Schutzmaßnahmen für Opfer sexualisierter Gewalt. Anlass ist eine aktuelle Debatte über digitale Gewalt in Deutschland, die durch jüngste Vorwürfe neu entfacht wurde.
Die Kundgebung folgt auf die öffentlichen Anschuldigungen der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen. Am 20. März 2026 warf sie ihm vor, mit Deepfake-Bildern von ihr manipuliert, explizite Inhalte unter falschen Profilen an Männer in ihrem beruflichen Umfeld verschickt und sexuelle Chatverläufe vorgetäuscht zu haben. Der Fall sorgt bundesweit für Aufsehen; WELT-Redakteur Sebastian Vorbach bezeichnete ihn als "Fall aus der zwischenmenschlichen Hölle".
Die Vorwürfe haben die Forderungen nach einer Reform des deutschen Rechts verschärft, insbesondere im Umgang mit Identitätsmissbrauch und KI-generierten Deepfakes. Während Länder wie Spanien bereits strengere Regelungen gegen digitale Gewalt haben, hinkt Deutschland hier hinterher. Unterdessen kündigte Ulmens Anwalt, Christian Schertz, an, rechtlich gegen Medienberichte vorzugehen. Diese stützten sich seiner Meinung nach auf "einseitige Darstellungen" und enthielten "falsche Behauptungen".
Ziel der Demonstration ist es, Solidarität mit Betroffenen zu zeigen und gleichzeitig auf schärfere Konsequenzen für Täter zu drängen. Die Organisatorinnen hoffen, mit der Aktion Druck auf die Politik auszuüben, um die gesetzlichen Schutzmechanismen an die neuen Formen digitaler Gewalt anzupassen.
Die Kundgebung in Hamburg spiegelt eine wachsende öffentliche Besorgnis über sexualisierte Gewalt und digitale Belästigung wider. Angesichts der aktuellen Diskussion über notwendige Rechtsreformen wird deutlich, wie groß die Lücken im deutschen Rechtssystem sind. Sowohl der Ausgang von Ulmens juristischem Vorgehen als auch mögliche legislative Änderungen bleiben abzuwarten.






