14 January 2026, 12:33

Ernie, Bert und Ottos Hüpfschritt: Wie Norddeutschlands Ampeln Kulturgeschichte erzählen

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto einer Stadtstraße in Nowogrodeek, Deutschland, das Gebäude, Menschen, Karren, Pfähle, Bäume und Himmel zeigt, mit der Aufschrift "Marktplatz in Nowogrodeek, Deutschland" oben und unten.

Ampelmännchen im neuen Licht - Sesamstraße-Duo in Hamburg - Ernie, Bert und Ottos Hüpfschritt: Wie Norddeutschlands Ampeln Kulturgeschichte erzählen

Ampeln in Norddeutschland erhalten einen verspielt-kreativen Anstrich. Städte wie Hamburg, Emden und Schwerin statten ihre Fußgängerampeln mit ungewöhnlichen Motiven aus – von Sesamstraße-Figuren bis hin zu lokalen Legenden. Die neuesten Designs feiern kulturelle Verbindungen und regionalen Stolz auf unerwartete Weise.

In Hamburg leuchten seit dieser Woche Ernie und Bert an zwei Kreuzungen: am Hugh-Greene-Weg/Julius-Vosseler-Straße sowie an der Rothenbaumchaussee/Oberstraße. Die Ampelfiguren sind Teil einer Hommage an die langjährige Partnerschaft der Stadt mit der Sesamstraße. Hinter der Initiative steht der NDR, der seit über 50 Jahren die deutsche Fassung der Kinderserie produziert. Bei der Enthüllung am 13. Januar 2026 waren NDR-Intendant Hendrik Lünenborg und Bernhard Gloeggler von der Sesame Workshop Europe anwesend.

Emden hingegen ehrt seinen berühmten Sohn, den Komiker Otto Waalkes, mit einer Ampelsilhouette, die seinen markanten Hüpfschritt einfängt. Das Design würdigt Waalkes' Verbindung zur Stadt. In Schwerin hingegen führt der Petermann-Geist Fußgänger zum historischen Schweriner Schloss – eine gespenstische Gestalt mit Laterne und Hellebarde, die als Wegweiser dient.

Auch andere Städte setzen auf solche Besonderheiten. Hildesheim sah sich einst mit einer Klage wegen gleichgeschlechtlicher Ampelpaare konfrontiert, doch das Verwaltungsgericht Hannover wies den Fall als unzulässig ab. In Bremen leuchten bereits die Bremer Stadtmusikanten und die ZDF-Mainzelmännchen an Fußgängerampeln. Und in der Nähe des Wikinger-Museums Haithabu überwacht nun ein helmbewehrter Wikinger mit Axt und Schild die Überquerungen.

Die neuen Ampeldesigns verwandeln alltägliche Straßenausstattung in kulturelle Wahrzeichen. Hamburgs Ernie und Bert reihen sich ein in eine wachsende Liste von Figuren, die lokale Identität mit überregionaler Bekanntheit verbinden. Die spielerischen Signale sollen Fußgängerübergänge nicht nur unterhaltsamer gestalten, sondern auch das regionale Erbe feiern.